19.09.2009

Die Kanzlerin kommt und alle so: "yeaahh"

Vor einer Woche wurde der Kommentar auf einem Wahlplakat in Hamburg zum neuen Mem am deutschen digitalen Stammtisch. Lapidar hatte jemand handschriftlich die Ankunft der Kanzlerin kommentiert. Der Spruch entwickelte sich innerhalb weniger Mausklicks vom Taschen- und T-Shirt-Aufdruck über eine Liedkomposition zum thematischen Kern eines Flashmobs, der am heutigen Abend um 19 Uhr auf dem hanseatischen Gänsemarkt stattfand. Nach jeder kanzlerischen Satzpause folgte erst vereinzelt und dann unisono das prophetische Wort.
Das pubertäre Stören ihrer Politikveranstaltung muss auch Angela Merkel wahrnehmen, so laut und penetrant tönt es ihr entgegen. Aber sie ist viel zu sehr Profi, als dass sie sich irgendetwas anmerken lassen würde.
Was im SPON-Artikel als pubertäres Stören bezeichnen wird, sind womöglich die ersten Stimmversuche einer Generation, die sich nicht mehr alles vorsagen lässt. Die nicht nur einfach hinnimmt, was da vorn auf der Bühne gelabbert wird, des Labberns wegen, sondern mit Penetranz klar macht, dass Schluss ist mit Politterror und Schönreden! (Sehr schön übrigens, wie im Artikel beiläufig die politische Verbalisierung einer Gruppe zur Terrorgefahr propagiert wird.)

"Yeaahh" heißt wir haben's satt, ständig die gleichen Lügen zu hören. "Yeaahh" heißt wir geben uns nicht ab, mit Worten ohne Taten und Taten ohne Worte. Der politische Protest geht nicht unter, er fängt gerade erst an! #yeaahh

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