05.02.2009

Polyphone Netzwerke

Die Sprache von Onlinegamern klingt für das ungeübte Ohr unverständlich und kauderwelschisch. Dabei handelt es sich um einen Soziolekt bzw. Jargon aus MMOGs (Massive Multiplayer Online Game) oder MMORPGs (Massively Multiplayer Online Role-Playing Game), wie World of Warcraft. Die Ausdrucksweise der Spieler basiert auf kurzen und kompakten Äußerungen, um die gewünschte Information an die Mitstreiter zu vermitteln. Völlig unverbalisiert, da alphanumerisch, ist hingegen die Netzsprache leet. Schon in den möglichen unterschiedlichen Schreibweisen dieses Begriffs zeigt sich die ursprüngliche Bestimmung der Sprache, die wohl heutzutage an Bedeutung verloren haben soll.

Neben diesen künstlichen Sprachen finden auch viele natürliche Sprachen im Netz ihren Platz. Während in den Anfängen des Weltnetzes viele Informationen nur in Englisch verfügbar waren, verbreiten sich inzwischen auch andere Sprachen, die den Platzhirsch demnächst verdrängen könnten. Noch ist jedoch davon auszugehen, dass Englisch am meisten genutzt wird, andere Sprachen wie Mandarin oder Spanisch sind aber auf dem Vormarsch.


Und wie werden die Sprachen und das Internet in Zukunft den Sprachgebrauch seiner Nutzer beeinflussen? In einem Artikel über die Zukunft der Sprachen im Netz wird u. a. eine indische IT-Firma vorgestellt, die sich dem Mangel an muttersprachlichem Inhalt und Anwendungen im subkontinentalen Netz angenommen hat. Indische Internetnutzer können gegenwärtig viele Seiten in ihrer eigenen Sprache lesen, eine indidviduelle Texteingabe erfolgt jedoch in lateinischen Buchstaben oder mit Hilfe von Zeichentabellen, aus denen die nötigen Wortelemente herausgesucht werden müssen.

Das intelligente Übersetzungsprogramm namens Quillpad, welches die phonetische Aussprache eines Wortes noch während des Schreibens in die entsprechenden Schriftzeichen umwandelt, erlaubt den Anwendern eine weniger umständliche Art des Schreibens.
Typing indian language text has never been so simple. You can type hindi, kannada, malayalam, marathi, tamil, telugu, bengali, gujarati, punjabi, nepali with a 'my-mother-can-easily-use-it' interface.
Zum Einsatz kommt die Technologie z. B. beim Suchdienst guruji, der seinen Nutzern ermöglicht, in ihrer jeweilig vertrauten Sprache eine Suchanfrage zu starten. Etablierten Suchmaschinen könnten somit weiter an Boden unter ihren Füßen verlieren, da dort die Anfragen (noch) in lateinischer Transliteration eingetippt werden müssen.