21.02.2009

Roher Film

Sushi ist nicht mein Ding, aber das ins Netz gestellte filmische Impromtu von Dennis Wheatley und Stefan McClean, die für die Grafik- und Web-Design-Firma Casualty of Design tätig sind, versetzte mich für fast fünf Minuten in eine entspannte voyeuristische Haltung.



Gefunden über IT'S NICE THAT

20.02.2009

Nostalgisches Mixtape

Ich glaube nicht, dass ich ein sehr sentimentaler Mensch bin, aber als ich die Designstudie des Künstlers Stefano Pertegato eines MP3-Players in Form einer Kassette mir angesehen habe, sind mir schon so die eine oder andere schmunzelnde Erinnerung an den minutenlangen Umgang mit diesen fossilen Datenträgern in den Sinn gekommen. (FAZ.net-Schreiber Nikolas Maak beschreibt in seinem Artikel "Das Ende der Kassette" noch etwas ausführlicher )

Das interessanteste Feature ist aber die Art und Weise, wie der NVDRS MP3-Player mit Energie versorgt wird. Ein Netzteil für die Steckdose gibt es nicht. Handarbeit ist angesagt: Man steckt einen Finger oder einen Stift in das rechte Loch der Kassette und dreht munter drauf los. Durch die während der Drehung entstehende kinetische Energie lädt sich der interne Akku des NVDRS auf. Ähnlich läuft es beim Vor- und Zurückspulen von Songs ab. Dafür nutzt man das linke Loch und dreht seinen Finger entweder nach links (zurück) oder rechts (vor). [ausgefallene-ideen.com: Melanie]

Wir lagern sogar noch ein paar in der Wohnung irgendwo. Inzwischen sollten jedoch auf einigen Tonbändern die magnetisch gespeicherten Informationen verloren gegangen sein -- abspielen könnten wir sie auf jeden Fall noch.

Doch wie lange noch? Auf manch einer Kassette mögen sich vielleicht sogar noch ein paar Minuten jugendlicher Audiosignale befinden, für die sich der Aufwand der Rettung ins digitale Zeitalter lohnen würde. Besonders die selbstproduzierten Aufnahmen erfüllt mit fröhlichem Blödsinn und dem Lachen kindlichen état d'esprit sollten auf der heimischen Festplatte ein neues Zuhause finden. Aber auch so manch längst vergessener Lieblingssong könnte sich noch im Magnetsalat befinden.


15.02.2009

50 und 1

Wo würdest du gern am nächsten Morgen aufwachen?

Auf der Suche nach Antworten haben die Kreativgruppe Crush & Lovely fünfzig Menschen auf der Straße in Brooklyn gefilmt und danach das Ergebnis ins Netz gestellt.

Das Schöne am Zusammenschnitt ist neben der Musik von Au Revoir Simone, das Menschliche in den Repliken. Enjoy!

10.02.2009

Tipp für den Grundrechtsgebrauch

In Zeiten der Krise kommt es vor, dass der Mensch den Glauben an die Politik verliert. Zu Recht, sage ich. Wer sich dem Gutdünken anderer aussetzt, braucht sich im Nachhinein nicht über die Zustände wundern. Mit den E-Petitionen des Bundestages hat sich ein unkompliziertes und kostengünstiges Instrument etabliert, einem (politischen) Anliegen Ausdruck zu verleihen. Petitionen sind Bestandteil der demokratischen Grundrechte und werden in Deutschland Artikel 17 des Grundgesetzes (GG) festgeschrieben.

Seit einiger Zeit ist es möglich eine Petition zur Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens zu unterzeichnen. Die Idee des Grundeinkommens koppelt den Wert des Einzelnen vom finanziellen Wert seiner Tätigkeit ab. Viele Menschen scheinen den Gedanken verdrängt oder unterdrückt zu haben, dass wir nicht nur deswegen wertvoll sind, weil wir etwas tun, was die Gesellschaft mit Geld zu bezahlen bereit ist. Jeder muss menschenwürdig leben können, d.h. über dem Minimum an finanziellen Mitteln, die ein solches Leben erlauben, einfach weil er existiert.
Es scheint als ob die Idee eines garantierten Einkommens für alle und ohne Prüfung und Ansehen der Person eines vermag: Radikal neu die Zukunft des Zusammenlebens und damit auch des Erwerbslebens überhaupt zu sehen. [...] Das was im Kern das Interessante der Idee ausmacht, ist schlichtwegs ihr innovatives Wesen. Ob und Wie und Wann sind die kleinen Geschwister des geistigen Dolchstoßes jeder Idee bezüglich der wichtigsten Frage der res publica: Wie wollen wir denn leben? [JoKo]
Auf Grund von technischen Schwierigkeiten auf Seiten des Serverbetreibers kam es in der Vergangenheit zu Ausfällen und Netzwerküberschreitungen, sodass kulanterweise die Zeichnungsfrist um eine weitere Woche, bis zum 17. Februar, verlängert wurde, sodass noch weitere Bürger die Chance erhalten, ihrer Stimme Gehör zu verschaffen. Derzeit haben auch schon über 25000 Menschen von ihrem Recht Gebrauch gemacht und ihre Stimme abgegeben. Für eine öffentliche Anhörung der Petition ist jedoch eine Stimmenzahl von 50000 Unterzeichnenden nötig, um eine größere Öffentlichkeit erreichen zu können.

Der Trailer zum Film "Grundeinkommen":



Auf einer Veranstaltung "Mut zum Wandel - Grundeinkommen ist machbar" spricht die Petentin Susanne Wiest über den Werdegang dieser Petition:


Here comes the Fun

An solch einem verregnetem Tag wie heute, an dem ich nicht so richtig in die Gänge komme, brauche ich Musik, um die schlappen Glieder in Bewegung zu setzen. Heute versucht es mal die liebe Nina, meine Stimmung etwas aufzuhellen.

09.02.2009

Gleichheitliche Liebesschwüre

Bis vor Kurzem war ich ja davon überzeugt, dass die Vermählung zweier Menschen der ultimative Liebesbeweis ist. Inzwischen bin ich zur Erkenntnis gelangt, dass die Kopie eines gescheiterten Konzepts nicht unbedingt der Weg sein sollte, den gleichgeschlechtliche Paare einschlagen sollten, um sich als Bestandteil ihrer Gesellschaft zu füllen. Schließlich erhalten sie danach (noch) nicht die gleichen Vorteile, die gemischtgeschlechtliche Paare aus dieser Entscheidung erfahren.

Die Gleichbehandlung aller Formen von Partnerschaften (Tiere, Kinder und Gegenstände ethischerweise ausgeschlossen) ist jedoch Bestandteil eines demokratischen Gesellschaftsbildes. Auf der anderen Teichseite jedoch versucht ein Anwalt mit einem eingereichten Antrag, auch die vor der Prop 8 in Kalifornien geschlossenen circa 18000 Lebensbünde auf staatlichem Wege zwangszuscheiden und den Paaren ihren erworbenen Status abzuerkennen. In inzwischen 30 amerikanischen Bundesstaaten finden sich denn auch seit Ende 2008 Verfassungszusätze, die eine staatliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften für gesetzeswidrig erklären.


In diesem Video ruft die Courage Campaign, ein Sozialnetzwerk, zum gemeinsamen, liebevollen Protest auf:

05.02.2009

Polyphone Netzwerke

Die Sprache von Onlinegamern klingt für das ungeübte Ohr unverständlich und kauderwelschisch. Dabei handelt es sich um einen Soziolekt bzw. Jargon aus MMOGs (Massive Multiplayer Online Game) oder MMORPGs (Massively Multiplayer Online Role-Playing Game), wie World of Warcraft. Die Ausdrucksweise der Spieler basiert auf kurzen und kompakten Äußerungen, um die gewünschte Information an die Mitstreiter zu vermitteln. Völlig unverbalisiert, da alphanumerisch, ist hingegen die Netzsprache leet. Schon in den möglichen unterschiedlichen Schreibweisen dieses Begriffs zeigt sich die ursprüngliche Bestimmung der Sprache, die wohl heutzutage an Bedeutung verloren haben soll.

Neben diesen künstlichen Sprachen finden auch viele natürliche Sprachen im Netz ihren Platz. Während in den Anfängen des Weltnetzes viele Informationen nur in Englisch verfügbar waren, verbreiten sich inzwischen auch andere Sprachen, die den Platzhirsch demnächst verdrängen könnten. Noch ist jedoch davon auszugehen, dass Englisch am meisten genutzt wird, andere Sprachen wie Mandarin oder Spanisch sind aber auf dem Vormarsch.


Und wie werden die Sprachen und das Internet in Zukunft den Sprachgebrauch seiner Nutzer beeinflussen? In einem Artikel über die Zukunft der Sprachen im Netz wird u. a. eine indische IT-Firma vorgestellt, die sich dem Mangel an muttersprachlichem Inhalt und Anwendungen im subkontinentalen Netz angenommen hat. Indische Internetnutzer können gegenwärtig viele Seiten in ihrer eigenen Sprache lesen, eine indidviduelle Texteingabe erfolgt jedoch in lateinischen Buchstaben oder mit Hilfe von Zeichentabellen, aus denen die nötigen Wortelemente herausgesucht werden müssen.

Das intelligente Übersetzungsprogramm namens Quillpad, welches die phonetische Aussprache eines Wortes noch während des Schreibens in die entsprechenden Schriftzeichen umwandelt, erlaubt den Anwendern eine weniger umständliche Art des Schreibens.
Typing indian language text has never been so simple. You can type hindi, kannada, malayalam, marathi, tamil, telugu, bengali, gujarati, punjabi, nepali with a 'my-mother-can-easily-use-it' interface.
Zum Einsatz kommt die Technologie z. B. beim Suchdienst guruji, der seinen Nutzern ermöglicht, in ihrer jeweilig vertrauten Sprache eine Suchanfrage zu starten. Etablierten Suchmaschinen könnten somit weiter an Boden unter ihren Füßen verlieren, da dort die Anfragen (noch) in lateinischer Transliteration eingetippt werden müssen.

04.02.2009

Friedensveteran


Raashan Ahmad 'Peace' Video from Om Records on Vimeo.

myspace.com/raashanahmad

02.02.2009

Digitale Sprachausgabe

habe gestern einen artikel gelesen, in dem sich der autor über die orthografische artikulation der youtube-kommentatoren gedanken machte und beispielhaft userbeiträge entkryptisierte, die meines erachtens nach allerdings ohne schwierigkeiten zu lesen und zu verstehen sind. seine übersetzungen hingegen waren detailliert und lang in der ausführung. mir is aufgefallen, dass ich den großteil meiner beiträge ebenfalls in einer orthografischen ausgereiftheit präsentiere, die jedoch in keiner weise der kreativität und komplexität eines kommentars überlegen oder besser ist. sprache, und schrift als materialisierung, ist was wundervolles. wie die menschen vor ihren geräten ihre gedanken in worte packen, steht der fingerfertigkeit eines klavierspielers oder dem handstrich eines malers in nichts nach.
o, gawd...ya dont kno how retarded you ar do you!!??haha...emo...maybe tats wat you ar and tats why yur sayin tat...yur jus tryin to deny it huh!? im surprised you even kno the word 2000!!! haha!!! n00b!!! SLIPKNOT PWNZ and MAGGOT 4 LIFE!!!!!!
um in der lage zu sein, solche äußerungen zu produzieren, wie die folgende, sollte der schreiber die gängige schreibweise des wortes kennen, um sie auf diese art zu reduzieren. es gibt keinen rationalen grund, warum know mit w geschrieben wird oder das personalpronomen you mit drei buchstaben, wenn der vokal u völlig reicht (nicht in diesem beispiel), denn auf phonetischer ebene, gleichen sie sich (sicherlich). auch die vorwiegende verwendung von minuskeln. großbuchstaben werden eher zur hervorhebung genutzt. die zusätzliche einbeziehung von ziffern und anderen symbolen zeugt von einer komplexen morphologischen reduzierung und semantisierung von ausdrücken in der onlinekommunikation.

diese alphanumerische schreibweise findet sich aber auch bei sms-schreibern und twitter-nutzern wieder. die begrenzung der verfügbaren zeichen innerhalb einer nachricht führt beim anwender zur verschachtelung der botschaft in kleinere wortboxen, in denen der sinn des "ursprünglichen" wortes steckt.

und vom standpunkt der sprachgeschichte gesehen, verändert sich sprache ständig. vor allem, wenn neue technologien eingeführt werden. als damals johannes die automatisierung der bücherherstellung vereinfachte, waren mehr leute in der lage durch seine ideen die schrift anderer zu sehen und zu übernehmen. im internet geschieht das auch, nur spielt hier der faktor der zeitökonomie eine größere rolle (nehm ich erstmal an).

ich könnte mir vorstellen, dass gesellschaften den weg in die schriftlosigkeit gehen, weil technologien es ermöglichen direkt miteinander zu kommunizieren (s. a. star trek: kommunikator, videostream, hologramme, etc.)