10.01.2009

Langzeitliche Lichtgestalten

Schon mal mit Licht gemalt?


Wenn man sich die Bilder anschaut, stellt sich die unausweichliche Frage, was das eigentlich ist und wie es gemacht wird. Das folgende Video stellt diese wundervolle Art der Fotografie vor.


Eine kleine Auswahl an Bildern lässt sich auf dieser Seite bewundern. Mit den langzeitbelichteten Lichtgestalten verdienen die Fotokünstler Cenci Goepel und Jens Warnecke ("Lightmark") mit dieser Technik sogar ihre Brötchen. Sie setzen sich mit ihren Arbeiten auch für die Verringerung der Lichtverschmutzung ein, wodurch wir nicht nur weniger Sterne am Himmel sehen, sondern weil auch Flora und Fauna durch die allnächtliche Erleuchtung (eine von vielen menschlichen Errungenschaften) irritiert werden. Im Portofolio des Fotografen Michael Bosanko finden sich neben seinen Lichtskulpturen, weitere eindrucksvolle und lichtstarke Outdoor-Motive. Der Lichtkünstler und Erfinder des "Lichtkäfers", Eric Staller, hat schon vor circa 30 Jahren mit den Möglichkeiten der Langzeitbelichtung gearbeitet.

[Happy Street, 1980]

Das Ganze erinnerte mich an eine frühere Idee von der ich hier gelesen habe. Im Unterschied zur fotografischen Permanenz, führt der Kunststudent Jürgen Scheible (University of Art & Design, Helsinki) alias MobiLenin die Kurzlebigkeit von illegalen Graffitis ad absurdum. Die Symbian-Software MobiSpray erlaubt es dem Künstler verschiedenste Untergründe und Oberflächen zu nutzen ohne das im Nachhinein andere für die Beseitigung aufkommen müssen -- sofern Graffiti als Vandalismus verstanden werden.



Ausrüstung: Um die Lichtgraffitis auf Hauswänder oder andere Objekte zu bringen, wird neben der Software und einem Computer, ein Beamer und ein S60-Mobiltelefon mit Bewegungssensor benötigt, mit dem die Farben und Muster angebracht werden.

[Paul Milgram & Fumio Kishino Virtuality Continuum]

Eine Weiterentwicklung der computergestützten virtuellen ist die augmentierte, d.h. die "erweiterte", Realität, in der zusätzliche Informationen in einem visuellen Umfeld dargestellt werden. Doch was vorher nur in Filmstudios mit viel Zeit und Rechnerleistung erschaffen werden konnte, kann inzwischen am heimischen Rechner in Sekundenschnelle erstellt werden. Unter anderem beschäftigt sich die Mitarbeiter des HITLabNZ um die verknüpfende Erweiterung der Realitäten. Besonders aus lerntheoretischen Aspekten besitzt diese Art der Darbietung einen erhöhten Nutzen.



Das Projekt nextwall ist ein Hamburger Kreativlabor, in dem Street Art mit digitalen Medien verbunden und ergänzt werden. Hinter der Idee stecken Jung von Matt/next, eine Agentur für interaktive Kommunikation, und eine fünfköpfige Graffiti-Crew. Die dreidimensionale Leinwand erlaubt es das Objekt zu umrunden, aber auch hindurchzulaufen.



Eine weitere Art der Licht-Kunst sind Graffiti, die mit Hilfe von lichtemittierenden Dioden entstehen. Besonders das GRL setzt sich für die Verbreitung von freizugänglichen, d. h. Open Source, Technologien als Mittel der urbanen Kommunikation ein. Mit Elektronik, Software und Lasertechnologie kreieren sie Graffiti -- immer mit dabei ist eine kleine Kamera, mit der die Aktionen festgehalten und unverzüglich online gestellt werden.
Zum Selberbasteln: LED Throwies

Anfang 2007 tauchten kleine pixelige "Mooninites" nächtens in verschiedenen us-amerikanischen Städten auf. Die mit Guerillamethoden durchgeführte Werbeaktion warb für den Kinofilm der animierten TV-Serie "Aqua Teen Hunger Force".