27.01.2009

Mobilärer Funktionswechsel

Auf unserem Weg durch's Leben begleiten uns nicht nur die Menschen ein Stück, sondern auch Tiere.

Um das Leben dieser Gefährten angenehmer zu machen, zerbricht sich so manch einer den Kopf und sucht nach Möglichkeiten, um die eigenen vier Wände tierfreundlich und zudem stilvoll einzurichten. Einerseits lassen sich mit dem nötigen Kleingeld speziell angefertigte Möbel und Accessoires erwerben, anderseits kann man sich aber auch selber daran machen und einem Möbelstück eine andere Funktion geben oder die ursprüngliche erweitern.



Hackea: Katzentreppe

Der Funktionswechsel der Objekte entsteht durch einen Wechsel der Perspektive. Anstatt die Verwendung und somit die Sichtweise auf das Objekt zu beschränken, wird die Funktion auf die besonderen Bedürfnisse und örtlichen Gegebenheiten der Wohnung angepasst.


Das Designstudio Proxy hatte wahrscheinlich keine Tiere bei der Gestaltung im Sinn, aber die Macher nehmen eine neue Sicht auf die Alltagsdinge ein, um das Bekannte einem unvertrauten Look zu verleihen, die ursprüngliche Funktion jedoch beizubehalten.

26.01.2009

Verfolgungswahn



Was ist das?

Laut einem Bericht stehen europäische Firmen diesem Netzservice skeptisch gegenüber. Wenn man sich anschaut, wie man weitere Leute dazu bekommt einem zu folgen (warum eigentlich?), dann erinnert das schematisch an das altbekannte Schneeballsystem. Zwar können die Nutzer (noch) kein Geld mit diesem Service verdienen, aber umsomehr Leute sich anmelden, umsomehr finanzielle Mittel kann das soziale Netzwerk aquirieren. Kann es vielleicht daran liegen, dass in Europa die Leute mehr auf ihre Privatssphäre achten und solchen Web-2.0-Applikation von vornherein skeptisch gegenüberstehen?

Twitter einfach auf Englisch erklärt



Ge(t)witterziege



Da stellt sich unweigerlich die Frage: Wen interessiert das?

24.01.2009

Kurz vorm Einschlafen

Bevor ich nach einem langen Tag außer Haus ins Bett gehe, schaue ich mich immer noch ein wenig um, was das Netz für neue und spannende Dinge in petto hat. Damit ich nicht den Überblick verliere, benutze ich ein Add-on für den Feuerfuchs namens Brief (Klicken auf das Symbol führt auf die Add-on-Seite). Einfach und dezent stellt die Übersichtsleiste neue oder aktualisierte Einträge der abonnierten Seiten dar. Der Eintrag kann entweder in standardisierter und schlanker Form oder im Original gelesen werden. Selbst das Speichern sowie die Markierung mit einem Lesezeichen interessanter Einträgen ist möglich. Doch ich schweife wieder ab ...

Im neusten Eintrag auf einem felinen Designblog, den ich in stetiger Vorfreude verfolge, bin ich auf die Möglichkeit gestossen, eine sogenannte Schlagwortwolke zu generieren. Auf www.wordle.net kann man Wortwolken erstellen, indem man entweder eigenen Text einfügt oder den Link einer Seite. Und da ich keine Wortwolke irgendeiner Seite sehen wollte, habe ich neugierigerweise mal meinen aktuellen Bloginhalt analysieren lassen. Hier das Ergebnis:


Nachdem die Wolke erstellt wurde, kann man aus verschiedenen Einstellungen wählen, um Farbe, Font und Folge der Wörter festzulegen. Als ich etwas mit Anordnung und Aussehen der Wolke gespielt hatte, habe ich mich für diese Variante entschieden, da mir das Wort "erlaubt" direkt ins Auge gesprungen ist. Außerdem mag ich, dass das letzte Wort unten rechts "letzten" ist--ein verbaler punkt.

16.01.2009

Hausputz

Bald ist er weg ... der Bush. Ob's besser wird, können wir erst im Nachhinein feststellen, doch festhalten lässt sich auf jeden Fall schon mal, dass er nicht die beste Wahl war. In dieser Zeitlinie wird rekapituliert, was in diesen acht Jahren alles passiert ist. Interessant sind neben den aufgeführten Ereignissen, auch der angeführte jeweilige Stand des amerikanischen Dachses, Dow Jones.

Der Kabarettist Hagen Rether hat im Jahresrückblick des satirischen Fernsehformats (und wahrscheinlich eine der letzten sehenswerten Sendungen in der deutschen Medienlandschaft) sich ebenfalls noch mal Gedanken über diesen Mann gemacht ... doch wenn das kleine Wörtchen 'wenn' nicht wär.



Wie die ersten 100 Minuten nach der Amtseinführung des 44. Präsidenten am 20. Januar 2009 verlaufen werden, haben die Macher des MAD-Magazins bildlich festgehalten. (Ins Bild klicken, um es zu vergrößern)



Und am 21. Januar? Was in den ersten 100 Tagen der vorangegangenen US-Präsidenten alles geschehen ist, lässt sich an Hand dieser Übersicht überblicken.

11.01.2009

Zeitvertreib

(Auf das Bild klicken, um es zu vergrößern)

Hat fast den Tiefgang eines Calvin und Hobbes.

Da die Figuren weniger ausführlich gezeichnet sind, vermitteln die wenig gesetzten Striche dennoch bzw. gerade deswegen ausdrucksstarke Charaktere. Das dritten Bild konnte mir schon ein Schmunzeln entlocken.

10.01.2009

Langzeitliche Lichtgestalten

Schon mal mit Licht gemalt?


Wenn man sich die Bilder anschaut, stellt sich die unausweichliche Frage, was das eigentlich ist und wie es gemacht wird. Das folgende Video stellt diese wundervolle Art der Fotografie vor.


Eine kleine Auswahl an Bildern lässt sich auf dieser Seite bewundern. Mit den langzeitbelichteten Lichtgestalten verdienen die Fotokünstler Cenci Goepel und Jens Warnecke ("Lightmark") mit dieser Technik sogar ihre Brötchen. Sie setzen sich mit ihren Arbeiten auch für die Verringerung der Lichtverschmutzung ein, wodurch wir nicht nur weniger Sterne am Himmel sehen, sondern weil auch Flora und Fauna durch die allnächtliche Erleuchtung (eine von vielen menschlichen Errungenschaften) irritiert werden. Im Portofolio des Fotografen Michael Bosanko finden sich neben seinen Lichtskulpturen, weitere eindrucksvolle und lichtstarke Outdoor-Motive. Der Lichtkünstler und Erfinder des "Lichtkäfers", Eric Staller, hat schon vor circa 30 Jahren mit den Möglichkeiten der Langzeitbelichtung gearbeitet.

[Happy Street, 1980]

Das Ganze erinnerte mich an eine frühere Idee von der ich hier gelesen habe. Im Unterschied zur fotografischen Permanenz, führt der Kunststudent Jürgen Scheible (University of Art & Design, Helsinki) alias MobiLenin die Kurzlebigkeit von illegalen Graffitis ad absurdum. Die Symbian-Software MobiSpray erlaubt es dem Künstler verschiedenste Untergründe und Oberflächen zu nutzen ohne das im Nachhinein andere für die Beseitigung aufkommen müssen -- sofern Graffiti als Vandalismus verstanden werden.



Ausrüstung: Um die Lichtgraffitis auf Hauswänder oder andere Objekte zu bringen, wird neben der Software und einem Computer, ein Beamer und ein S60-Mobiltelefon mit Bewegungssensor benötigt, mit dem die Farben und Muster angebracht werden.

[Paul Milgram & Fumio Kishino Virtuality Continuum]

Eine Weiterentwicklung der computergestützten virtuellen ist die augmentierte, d.h. die "erweiterte", Realität, in der zusätzliche Informationen in einem visuellen Umfeld dargestellt werden. Doch was vorher nur in Filmstudios mit viel Zeit und Rechnerleistung erschaffen werden konnte, kann inzwischen am heimischen Rechner in Sekundenschnelle erstellt werden. Unter anderem beschäftigt sich die Mitarbeiter des HITLabNZ um die verknüpfende Erweiterung der Realitäten. Besonders aus lerntheoretischen Aspekten besitzt diese Art der Darbietung einen erhöhten Nutzen.



Das Projekt nextwall ist ein Hamburger Kreativlabor, in dem Street Art mit digitalen Medien verbunden und ergänzt werden. Hinter der Idee stecken Jung von Matt/next, eine Agentur für interaktive Kommunikation, und eine fünfköpfige Graffiti-Crew. Die dreidimensionale Leinwand erlaubt es das Objekt zu umrunden, aber auch hindurchzulaufen.



Eine weitere Art der Licht-Kunst sind Graffiti, die mit Hilfe von lichtemittierenden Dioden entstehen. Besonders das GRL setzt sich für die Verbreitung von freizugänglichen, d. h. Open Source, Technologien als Mittel der urbanen Kommunikation ein. Mit Elektronik, Software und Lasertechnologie kreieren sie Graffiti -- immer mit dabei ist eine kleine Kamera, mit der die Aktionen festgehalten und unverzüglich online gestellt werden.
Zum Selberbasteln: LED Throwies

Anfang 2007 tauchten kleine pixelige "Mooninites" nächtens in verschiedenen us-amerikanischen Städten auf. Die mit Guerillamethoden durchgeführte Werbeaktion warb für den Kinofilm der animierten TV-Serie "Aqua Teen Hunger Force".


09.01.2009

Freie Kartografie

Nach dem ich eben mal durch einen wiedergefundenen Feed von Blogs, die ich eigentlich verfolgen wollte, stöberte, fand ich dieses erstaunliche Video, in dem der Zuschauer auf eine kleine digitale Weltreise mitgenommen wird. Auf diesem Rundflug wird die "globale Verbreitung des freien Kartenmaterials im Jahre 2008 visualisiert". Die weißen Blitze auf der Karte stehen dabei für einen neuen Dateneintrag oder -aktualisierung.


Das Video stammt von itoworld.com, einem Onlinedienstleister für "presentation, analysis and data management services to the transport sector". Die Animation kann und darf auch heruntergeladen werden, da sie CC-lizensiert ist. Die musikalische Untermalung stammt von Vincent Girès, das Stück nennt sich passenderweise "Open Electro".

08.01.2009

Sonntags ausschlafen

Mein soziales Umfeld war etwas irritiert, als ich letztes Jahr zum ersten Mal meine Verweigerung des weihnachtlichen Festes kundtat. Neben den erwarteten Fragen nach dem warum, wurde ich auch umgehend ermahnt, dass ich dann auch keine Geschenke bekomme--als sei die materielle Befriedigung die Basis für dieses Konglomerat aus vorchristlichen, religiösen und bürgerlichen Traditionen.

Bestätigung meiner atheistischen Sichtweise fand ich in dieser ermutigenden Zusammenfassung verschiedener Aktionen und Werbekampagnen aus aller Welt. So entstand z. B. in Großbritannien als Reaktion auf eine christlich-religiöse Werbekampagne (Nichtchristen brennen in der Hölle) eine plakative Gemeinschaftskampagne britischer Humanisten, Publizisten und Atheisten.
The campaign aimed to raise £5,500 but has ended up raising over £140,000 – enough to support buses all across the UK, adverts on the London Underground and two animated screens in Oxford Street.
Die Gegenkampagne rief neben lobender Erwähnung in der Presse auch kritische Stimmen aus der religiösen Ecke der Gesellschaft hervor. Eine solche Kampagne in Deutschland zu starten, ist vielleicht nicht so einfach, da es schnell zu einer Grundsatzdiskussion über die Designgestaltung und die richtige Wortwahl werden könnte. Auch wenn der atheistische Bevölkerungsanteil nicht viel größer als im Inselkönigreich ist, hätte eine solche Aktion dennoch eine einflussreiche Wirkung auf atheistische Gruppierungen in
benachbarten europäischen Gesellschaften.

Eine Möglichkeit, das Leben zu genießen, wäre z. B. die überaus ästhetischen geometrischen Strukturen aus der fraktalen Geometrie zu bestaunen, die eine sogenannte Selbstähnlichkeit aufweisen, weil das Objekt aus mehreren verkleinerten Kopien seiner selbst besteht. Besonders hier findet sich eine kleine Zusammenstellung faszinierend schöner Strukturen, die durch Beispiele aus der Natur und sogar Videoanimationen ergänzt wurde. Auf mich wirkt die elegante bildliche Darstellung ernüchternder mathematischer Berechnung immer wieder fesselnd, auch ohne göttlichen Funken.


"Atheism is a non-prophet organisation"
George Carlin

Weitere Links zu Fraktalkunst:

Flammen I
Flammen II
Dreidimensional
Fraktalwelt-Galerie (seit 1998)


04.01.2009

Rundflug um die Sonne

Vor wenigen Tagen habe ich meine dreißigste Runde um die Sonne begonnen. Am Ende eines solchen solaren Zyklus' kommt es unweigerlich vor, Vergangenes zu betrachten und Zukünftiges zu erblicken. Auch auf diesem Rundflug werden sämtliche meiner Sinnesorgane aufmerksam nach neuen Herangehensweisen, Perspektivwechseln, Ideenverknüpfungen schauen, um diese hier dann vor- und darzustellen.

Viele Stimmen lassen inzwischen keinen Zweifel mehr daran, dass das neue Jahr eine Katastrophe wird -- gerade so als wenn wir nix mehr tun können, sondern uns eigentlich nur noch zurücklehnen bräuchten, um das Ende herannahen zu sehen. Doch diese Macht- und Hilflosigkeit täuscht. Weltweit erkennen Menschen, die direkt von unseren vorangegangenen Lebensweisen betroffen sind, dass große Änderungen anstehen und die Zeit, neue Wege zu beschreiten, gekommen ist. Manch einer mag vielleicht in diesem Moment verlautbaren, dass es ständig zu Veränderungen in unserer Art zu leben kommt. Doch ich finde, dass die hier vorgestellten Ideen und Konzepte über das Bekannte und Gewohnte hinausgehen, weil die Verbindung und Verknüpfung einstmals Unvereinbarendes zu innovativen Möglichkeiten führen kann.

Wenn wir die derzeitige Situtation auf den internationalen Finanzmärkten und die damit einhergehenden Auswirkungen auf immer mehr Bereiche des täglichen Lebens durch das vorausgegangene Verhalten erzeugt haben, dann liegt im Umkehrschluss in der Veränderung unserer Perspektive(n) der Schlüssel für das Verständnis einer anderen Welt und somit die Hoffnung auf eine bessere. Womöglich erscheint einigen diese bessere Welt als Phantasma, doch die sich verbreiternde Erkenntnis, dass die Dinge sich nicht weiter in die Richtung entwickeln sollten, in die sich sich derzeit bewegen, lässt die Vision realistischer und somit realisierbarer erscheinen. Frage deine Wirklichkeit nicht: "Warum", frage deine Träume: "Warum nicht?" meint George Bernard Shaw.

In meiner derzeitigen Lektüre findet sich beispielsweise ein solcher Versuch der Änderung von Perspektive und Denken. Der Mensch nimmt die Aneinanderreihung von zeitlichen Momenten des Daseins als Kette wahr; ein langes einheitliches Band aus episodischen Abschnitten (Persönlich erfahre ich Zeit als unumkehrbares Jetzt, in dem wir uns bewegen). An Hand dieser Erlebnisse, die natürlicherweise in der Vergangenheit liegen, versucht der Mensch Voraussagen für die Zukunft zu treffen. So galt z. B. Jahrhunderte lang im vorindustriellen Europa die Ansicht, dass alle Schwäne weiß sind – bis kühne Seefahrer auf dem australischen Kontinent schwarze Schwäne erblickten. Der Autor Nassim Nicholas Taleb weitet diese Analogie auf die gesamte menschliche Auffassung von Zeit und Geschichte aus und versucht zu ergründen, wieso wir die Welt auf die eine und nicht die andere Art sehen und weshalb solche Ereignisse wie die Entdeckung schwarzer Entenvögel uns immer wieder aus der Fassung werfen.

Das Filmteam um den us-amerikanischen Filmemacher Mark Johnson hat vielleicht einen solchen schwarzen Schwan gefunden, als sie sich auf Reisen begaben und unterwegs auf musizierende Menschen unterschiedlichster Façon and Couleur trafen. Herauskam ein Dokumentarfilm über eine multimediale Bewegung.
We started the journey with the idea that with an open mind and positive intentions we can find ways of uniting people as the human race. Music has always been the universal language and we followed its path from city streets to Native Indian reservations, African villages and the Himalayan Mountains. I could never have imagined that we would discover a world with so much love, hope and inspiration. In a world with so much focus on our differences I am proud to have discovered that people everywhere believe in creating a better world together. [Mark Johnson]
Auf der Internetseite der Playing for Change Foundation wird u. a. ein Videozusammenschnitt von Straßenmusikern aus aller Welt angeboten, in dem sie gemeinsam den Ben E. King Klassiker "Stand by me" in klanglicher Harmonie darbieten.



Das Video ist Teil des Filmprojekts "Playing for Change: Peace Through Music", der ab Frühjahr auch in deutschen Kinos zu sehen sein sollte. Die Macher dieser musikalischen Erkundung stellen unentdeckte Musiker aus aller Welt vor. Sie sehen in der verbindenden Kraft der Musik " [an] ability to transcend cultural boundaries and connect us as a Human Race."

Die Stiftung unterstützt zudem den Bau von künstlerischen und humanitären Einrichtungen in informations- und ressourcenarmen Orten in der Welt. Der nachkommenden Generation erschließt sich die Möglichkeit des Geschenks der musikalischen und kulturellen Traditionen als ein Erbe der Zukunft.

Demnächst kommt auch noch dieser Streifen des politischen US-Komikers Bill Maher in die Kino (zumindest erst einmal in den USoA): Religulous. Schon in der wortlichen Betitelung des Themas nimmt der gute Mann, der jedweden gesellschaftlichen Standpunkt mit lasterhaftem Scharfsinn kommentiert, den Volksaberglauben Religion aufs Korn. (Da ich alle drei Kinoplakate besonders fand, wollte ich nicht auswählen und stelle sie alle aus.)


Als Start ins neue Jahr hier ein kleines Stück seelestreichlende Technik. Die "Buddha Machine" der Beijinger Firma FM3 versetzt den Zuhörer in einen beruhigenden Zustand des Zen. Den digitalen Klangteppich gibt es auch als kleines Applet für die eigene heimische Netzseite. (Nebenbei findet man auf die Seite eines erleuchteten Internetdienstleisters.)

Ohhmm...