24.12.2009

wintersonnenwende

wieder eins rum, so schnell kann das gehen. erst gestern war doch gerade nur die hälfte vorbei, genossen wir die wohligen strahlen wärmender sonne und nun sind wir schon am ende eines weiteren jahres angekommen. traditionell wird dieser übergang in abendländischen wohnzimmern mit tanne und glühwein begangen, mit gaben und botschaften des glücks und der wonne an und für das kommende neue. menschen versammeln sich beieinander in vertrauter runde und verbringen gemeinsam diese stunden des rückblicks und innehaltens, des schenkens und schlemmens. 

wir wünschen einander das beste und hoffe für uns das meiste, vergessen dabei jedoch nicht die mit dem geringsten und solche mit dem schlimmsten und denken an die entfernten und abwesenden, stimmen ein ins fröhlichste und bereiten einander das schönste. wir feiern die feste wie sie fallen und nehmen mit was wir kriegen können. seid lieb zu einander und achtet die andern. was euch ist gegeben, das gebt auch den ohne. freut euch eurer nächsten und labt euch im lohne, dessen was erreicht und dessen was noch kommt. wir sind das ergebnis unserer taten und die basis unseres tuns, mit jedem schritt dem glück ein stückchen näher, der pein ein wenig ferner. möget ihr finden, was ihr euch wünscht, sei gewährt, was ihr gesucht habt: besinnlichkeit und friedliche gäste.

alle jahre wieder nehmen wir uns denn ein wenig von der zeit, die uns im restlichen jahr so knapp und kostbar ist, um noch einmal zurück zu schauen auf das was bisher geschah und um voraus zu schauen auf das was kommen mag. zum nun mehr dreißigsten male - das erste mal noch im bauch meiner werten frau mama - hänge ich zwischen den jahren, während ich auf diesem äußerst kuriosen planeten das zentralgestirn in unserem sonnensystem umkreise. am ende einer jeden runde wird es stets etwas ruhiger und besinnlicher um einen herum, sodass dann mit schwung in die nächste gestartet werden kann.



in gut zwei wochen beginnt eine neue runde für mich. seit alsbald dreißig runden trete ich in leben und fettnäpfchen meiner gefährten und mitreisenden, auf dem weg zeit, leid, freude und glück mit und ab nehmend und gebend. als menschen stecken wir der kontinutität in einen rahmen aus ziffern und zahlen durch ein- und aufteilung in tag und jahr, und dekaden voller momente und augenblicke gelebter und geträumter wirkungszeit.

für diesen tag, der unumstösslich kommen wird, möcht ich keine geschenke, keine materiellen immerhin. ich möchte, mit verlaub, eure worte und sätze, die in einem brief an mich verpackt sind (elektronische sind auch willkommen). in diesem sollen eure erinnerungen an mich und mit mir stehen. zeitstücke, -krümel und -brocken aus dem kuchen, den wir leben nennen. schreibt mir eure geschichten auf, die euch in erinnerung kommen, wenn ihr an unsere gemeinsame zeit denkt, jeglicher art und weise aus kinder-, jugend- und greisenalter. ob nun eine ausführlich oder zweihundert kleine geschichten, das sehe ich nicht so genau. und wenn wir uns schon ewigkeiten nicht gehört, noch gelesen haben, seid mir nicht bös, ich habe nicht vergessen, weder euch, noch uns. wie kann ich auch? seid ihr und jede(r), die in und auf meinen lebenspfad getreten ist, teil dessen, der ich nun mehr heute bin, weil eure wege meine kreuzten und mich zu diesem wesen mit formten. nehmt kein blatt vor den mund, lieber einen stift in die hand.  lasst eurer kreativität mal wieder richtig freien lauf, spinnt ein wenig herum und holt sie zum essen wieder herein. lobhudeleit mich bis mir die ohren bluten, wenn es euch gefällt - mir würde es gefallen, in jedem fall (für fragen stehe ich per mail, telefon, telepathie und traumwanderung stets und sehr gern zur verfügung).


Morgen, Kinder, wird's nichts geben!
Nur wer hat, kriegt noch geschenkt.
Mutter schenkte euch das Leben.
Das genügt, wenn man's bedenkt.
Einmal kommt auch eure Zeit.
Morgen ist's noch nicht soweit.

Doch ihr dürft nicht traurig werden.
Reiche haben Armut gern.
Gänsebraten macht Beschwerden.
Puppen sind nicht mehr modern.
Morgen kommt der Weihnachtsmann.
Allerdings nur nebenan.

Lauft ein bisschen durch die Straßen!
Dort gibt`s Weihnachtsfest genug.
Christentum vom Turm geblasen,
macht die kleinsten Kinder klug.
Kopf gut schütteln vor Gebrauch!
Ohne Christbaum geht es auch.

Tannengrün mit Osrambirnen –
Lernt drauf pfeifen! Werdet stolz!
Reißt die Bretter von den Stirnen,
denn im Ofen fehlt`s an Holz!
Stille Nacht und heil`ge Nacht –
Weint, wenn`s geht, nicht! Sondern lacht!

Morgen, Kinder wird`s nichts geben!
Wer nichts kriegt, der kriegt Geduld!
Morgen Kinder lernt für`s Leben!
Gott ist nicht allein dran schuld.
Gottes Güte reicht soweit…
Ach, du liebe Weihnachtszeit!

Erich Kästner

07.11.2009

querschläger

aufgewühlt, durchgewühlt, durcheinander, kreuz & quer. aus der reihe, nicht in ordnung, kaum noch sinn drin. zweifelnd im eigenen saft. ausblickslos im kreise drehend auf der stelle treten und keinen ganzen satz rausbringen. nebensatz, haupsatz; nebensache, hauptsache. mit dem ersten schritt in die möglichkeiten des scheiterns. antrieb, abtrieb; aufwärts, abwärts - vorwärts immer. alles dreht sich. einen schritt heraustreten, von außen betrachten, von innen zerfressen. weiter, immer weiter und doch kein voran.

raus hier, bloß weg. nicht hinschauen, vielleicht vergessen.

hängen, pendeln, schaukeln, schwingen. zwischen den stühlen: unentschlossen, entschlußlos. wohin vor lauten fragezeichen? ausrufezeichen, ausrufen. hier & jetzt für morgen und dann. dämonen bekämpfen, verhandeln statt nachgeben. herr über den eigenen schweinehund. an die leine, zügellos gezügelt, gebündelt. frei lassen, frei sein. ungehalten aufrecht gehen. gehen. geradeaus. rechts und links, chaos möglichkeiten.

wo willst du hin? wo bist du grad? was musst du tun, wie kommst du hin? gibt es andere wege? als nur den einen. landkarten helfen wege finden. kalibrieren, justieren, schrauben & drehen. machen, nicht sitzen, nicht liegen. nicht warten und nicht wegducken. machen. handeln.

schrittchenweise, ein haps nach dem anderen. breitgeschmierte platitüden, wohlschmeckende worte, verbales kraftfutter. sprich's nicht nur, mach's auch. mach's einfach. einfach machen statt kompliziert. nacheinander zusammen. das ganze aufgeteilt in etappen. erfolgskrümmel.

19.09.2009

Wahlbeteiligung

Nächsten Sonntag sind Bundestagswahlen in Deutschland und in zwei weiteren Bundesländern, Brandenburg und Schleswig-Holstein, zusätzlich noch Landtagswahlen.

Wenn man den großen Teil seiner Zeit im Internet verbringt, lässt einen das Gefühl nicht los, an diesem Sonntag könne eine Partei besonders viele Kreuzchen einsammeln, die Piratenpartei. Doch wie es meistens ist, trügt der Schein. Denn was im Netz nach einer überwältigenden Mehrheit für eine neue politische Gruppierung der digitalen Boheme ausschaut, verblasst außerhalb der Kupferdrahtleitungen und Glasfaserkabeln dieser Republik zu einer Karikatur des Widerstands. Vermutungen über die Zahlengröße der politisch-aktiven Netzbürger stellen inzwischen einen anderen Blick auf die Möglichkeiten der neuen bürgerlichen Bewegung dar. Hoffnung gab einem der Erfolg der schwedischen Mitstreiter bei der vorangegangenen Europawahl im Juli, aber die ernüchternden Wahlergebnisse für Deutschland zeichneten ein anderes Bild. In manchen Berliner Bezirken traten die Piraten schon etwas prägnanter in Erscheinung, doch insgesamt reichte es nicht für den deutschen Einzug ins EU-Parlament. Noch bis kommenden Wahl-Sonntag werden die Piraten, wie die anderen Parteien auch, alles versuchen, um den Wähler davon überzeugen, die Stimme genau ihnen zu geben.

Doch in einem sind sich viele Menschen on- und offline mittlerweile einige: irgendetwas stinkt in diesem Lande gewaltig in den Himmel. Unzufriedenheit, das Gefühl verarscht zu werden und freiheitliche Einengung machen sich breit. Der Mensch gerät an die Grenze des Erträglichen und platzt dann aus seinen Nähten. Diese Wut, die darin ruhende Kraft muss gebündelt und genutzt werden. Nicht der Unmut über die Hilflosigkeit sollte obsiegen, sondern die menschliche Fähigkeit zur Veränderung unserer Mißstände sollte unser Handeln beflügeln. Von nischt, kommt nischt, heißt es doch so schön. Wenn wir merken, dass etwas nicht in Ordnung ist, dass die Dinge um uns herum störend auffallen und wir darüberhinaus auch diese Gefühle bei anderen Menschen entdecken, dann gilt es nachzuforschen, was es damit auf sich hat. Vor zwanzig Jahren merkten die Menschen schon einmal etwas gemeinsam, als die eine oder andere euphorische Brise des Wandels durch die ostdeutschen Landen wehte. Auch dieses Mal gilt es viel anzupacken und vieles in andere Bahnen zu lenken. Doch erst gilt es zu informieren und zu realisieren, damit wir dann gemeinsam entscheiden, wie wir voranschreiten wollen.

Wenn wir am nächsten Sonntag eine neue Regierung wählen, dann tun wir dies nicht, um „den da oben“ zu gefallen, sondern dann nehmen wir unsere Souverängewalt in die Hand und erteilen einen Auftrag, den wir mit dem Kreuz erteilen. Wie setzt man allerdings diese Macht ein, um das zu bekommen, was man will? Was passiert, wenn man sein Kreuz nicht setzt? Wie nehme ich auf das Einfluss, was mich die nächsten vier bis fünf Jahre wieder quälen könnte bzw. wie verhindere ich das?

Auch wenn unser derzeitiges Wahlsystem nicht dazu dient es allen und jedem recht zu machen, müssen wir mit den Bedingungen und Anforderungen umgehen können, die es an uns, den Wähler, stellt.

Erst- und Zweitstimme

Jeder Wähler hat eine sogenannte Erst- und Zweitstimme. Mit der Erststimme wird direkt ein Abgeordneten aus dem jeweiligen Wahlkreis, in dem man gemeldet ist, gewählt. Hierbei gilt das Mehrheitsprinzip, d. h. der Kandidat mit den meisten Stimmen pro Wahlkreis gewinnt die Wahl, alle anderen gehen leer aus.
Die Abgabe der Erststimme und das damit verbundene Mehrheitswahlverfahren könnte z. B. folgendermaßen aussehen:
  • CDU-Abgeordneter kriegt 30 %
  • SPD-Abgeordneter kriegt 29 %
  • Linke-Abgeordneter kriegt 29 %
  • Grünen-Abgeordneter kriegt 10%
  • Piratenabgeordneter kriegt 2%
Obwohl also insgesamt 70% der Wähler für Parteien gestimmt haben, die für Volksabstimmungen, weniger Kriege und weniger staatliche Überwachung gestimmt haben, erhält der Kandidat von der CDU den Stimmzuschlag, weil dieser die meisten Stimmen in diesem Wahlkreis gewonnen hat. 70% aller Wähler werden also total vor den Kopf gestoßen!
Die Erststimme einem Kandidaten aus einer kleinen Partei zu geben, bringt somit nur wenig. Mit der Zweitstimme wird eine zur Wahl zugelassene Partei gewählt. Hierbei gilt jedoch das prozentuale Wahlverhältnis, daher ist es in diesem Fall nicht vergebens auch einer kleinen Partei die Stimme zu geben. Hierbei sollte aber dennoch bedacht werden, dass die sogenannte 5%-Klausel überwunden werden muss, um Wirkung zu zeigen. Das bedeutete, dass 5% aller abgegebenen Stimmen auf die gewählte Partei fallen müssen. Dies ist insbesondere für neue und weniger populäre Gruppierungen eine ungünstige Startposition. Auch wenn also im Netz die Wellen für die Piratenpartei sehr hoch schlagen, zählen auch die Stimmen der „offliner“, d. h. der Bürger, die nicht im Netz wohnen und die von der Piratomanie wenig bis gar nichts mitbekommen haben (vielleicht den ein oder anderen hetzenden Schmähartikel gelesen) und somit vermutlich nur ein verzerrtes Bild von den Frei(heits)meutern auf dem Stimmzettel anfangen können. Derzeit sieht es zudem so aus, dass die Piraten bei dieser Wahl die Hürde nicht schaffen werden, da die Prognosen im Internet bei ca. 2-3% liegen.

Sicherlich will jeder Netzbürger auch im Netz seine Rechte gewahrt wissen. Es ist auch gut, dass es inzwischen zu dieser Entwicklung gekommen ist, da somit stets verdeutlicht wird, dass die Dinge um uns herum nicht bleiben müssen wie sie sind, sondern geändert und verbessert werden können. Von uns, für uns.

Wer steht noch zur Wahl?

Entscheidungshelfer:

Untergrund-Filmfestival

Im "Fahrgastfernsehen" der Berliner U-Bahn fand zum achten Mal das jährlich Kurzfilmfestival "Going Underground" statt.
Mit 511 Einreichungen aus 41 Ländern ist Going Underground in der internationalen Kurzfilmszene längst zu einer Institution und einem Aushängeschild für Berlin geworden.
Die Gewinner werden von den 1,6 Millionen Fahrgästen bestimmt, die auf der Webseite des Festivals abstimmen können. Auf Platz eins kam das Video "Zehn Filmklassiker gespielt von Fischen", aber mein Favorit ist der zweite Platz von Daniel Faigle: "Fernseher".

Synopsis: Ein Fernseher will fernsehen. Ein aussichtsloses Unterfangen? Von wegen!

video

Die Kanzlerin kommt und alle so: "yeaahh"

Vor einer Woche wurde der Kommentar auf einem Wahlplakat in Hamburg zum neuen Mem am deutschen digitalen Stammtisch. Lapidar hatte jemand handschriftlich die Ankunft der Kanzlerin kommentiert. Der Spruch entwickelte sich innerhalb weniger Mausklicks vom Taschen- und T-Shirt-Aufdruck über eine Liedkomposition zum thematischen Kern eines Flashmobs, der am heutigen Abend um 19 Uhr auf dem hanseatischen Gänsemarkt stattfand. Nach jeder kanzlerischen Satzpause folgte erst vereinzelt und dann unisono das prophetische Wort.
Das pubertäre Stören ihrer Politikveranstaltung muss auch Angela Merkel wahrnehmen, so laut und penetrant tönt es ihr entgegen. Aber sie ist viel zu sehr Profi, als dass sie sich irgendetwas anmerken lassen würde.
Was im SPON-Artikel als pubertäres Stören bezeichnen wird, sind womöglich die ersten Stimmversuche einer Generation, die sich nicht mehr alles vorsagen lässt. Die nicht nur einfach hinnimmt, was da vorn auf der Bühne gelabbert wird, des Labberns wegen, sondern mit Penetranz klar macht, dass Schluss ist mit Politterror und Schönreden! (Sehr schön übrigens, wie im Artikel beiläufig die politische Verbalisierung einer Gruppe zur Terrorgefahr propagiert wird.)

"Yeaahh" heißt wir haben's satt, ständig die gleichen Lügen zu hören. "Yeaahh" heißt wir geben uns nicht ab, mit Worten ohne Taten und Taten ohne Worte. Der politische Protest geht nicht unter, er fängt gerade erst an! #yeaahh

Google-Ergebnisliste

03.07.2009

Wie heißt du?

Unser oranger Stubentiger erhält je nach Laune und Lust einen neuen Namen. Mit felinen Mitbewohner kann man das ja machen, denn sie hören ja sowieso nicht darauf. Die offizielle Bezeichnung lautet Carlos, doch wird er begrüßt mit Kitusan, Finchosan, Br'sr, etc.

Vor Jahren habe ich mal ein Buch über die australischen Ureinwohner gelesen: "Der Traumfänger" von Marlo Morgan. In der Geschichte machte sich eine amerikanische Reisende mit einer Gruppe von Aboriginals auf einen sogenannten Walkabout, einer sechs monatigen Wanderung durch die roten Landschaften down under. Auf dieser Reise erfährt der Leser mit den Wanderern eine Veränderung in der Sichtweise auf das Leben. Am Ende ist nichts mehr wie es zum Beginn der strapaziösen und ereignisreichen Reise war.

Die Ureinwohner sehen das Leben in Zyklen. Jeder Zyklus bringt neue Aspekte der Erkenntnis, jeder Aspekt verändert den Menschen. Diese Veränderung wird durch einen neuen Namen vermittelt. Damals war mir dieses Konzept völlig fremd und unverständlich. Wie sollte das funktionieren? Bis dahin nahm ich an, dass ein Mensch einen Namen hat wie eine Leuchtboje auf dem Ozean. Unumstösslich, unabänderlich auf den Wellen des Lebens.

So viel anders als die alten Kulturen sind die digitalen Kulturen im Netz scheinbar nicht. Auch wir geben uns neue Namen, in regelmäßigen Abständen oder wenn der gewünschte schon von einem anderen User verwendet wird. Verschiedene Plattformen, verschiedene Ausführungen einer Person: alphanumerische Kenn- und Bezeichnung, binäre Identifikation, mindestens 6 Zeichen, keine Sonderzeichen.

Dreckige Witze

Eli ist ein älterer Herr, der gern Witze erzählt. Er arbeitet als Buchhalter für Cinemax. Sein Arbeitgeber veranschaulicht seine Witze und stellt diese dann als Videos ins Netz.



Nebenbei bemerkt handelt es sich bei diesem Eintrag um den 100. veröffentlichten Eintrag. Letztes Mal handelte es sich "nur" um die 100. Speicherung eines Eintrags. Ich habe inzwischen etwas aufgeräumt in der Ablage, etwas Ordnung im Gedankenhaufen geschaffen und einige unvollständige Texte bearbeitet, was sich zu einem Marathonlauf entwickelte. Die verbleibenden unvollständigen warten noch etwas länger auf ihre Veröffentlichung, doch neue stehen schon an.

Jetzt schaue ich mir noch ein paar Witzgeschichten von Eli an und lasse diesen produktiven Sommertag abkühlen. Nebenan wird sich schon mit der Wasserflasche besprüht.

Wellen der Unsicherheit

Virale Werbung

Die Videoclips in denen Handys für die Herstellung von Popcorn verwendet werden, waren Teil einer wohl eher misslungenen viralen Werbekampagne der Firma Cardo, die auf diese Weise ihre Bluetooth-Headsets unter die Leute bringen wollten. Einerseits haben sie damit eventuell ihren Bekanntheitsgrad erhöht, gleichzeitig aber auch die Unsicherheit der Handynutzer in Bezug auf Strahlenbelastung verstärkt. Diese Unsicherheit wird auch durch die unzähligen Meldungen im Netz ausgelöst, die u.a. aber auch auf die schlampige Arbeit von Online-Journalisten zurückzuführen ist, die Copy-Paste anstelle der Eigenrecherche bevorzugen.

Bluetooth/Mikrowellen

Die Einführung des Bluetooth-Standards soll unser Leben entkabeln. Befürchtungen, diese Strahlen wirken sich schädlich auf den Nutzer aus, werden im Netz zum einen bejaht, zum anderen verneint. Und wenn man selber kein Experte ist, dann vertraut man am besten einer seriösen Autorität.

Handy-Strahlung


Auch die Strahleneinbildung kann sich gefährlich auf die menschliche Gesundheit auswirken. Die Bundesnetzagentur bietet seit Januar 2004 ein Datenbank für elektromagnetische Felder an, um einen Beitrag zu mehr Transparenz und Versachlichung der Diskussion um mögliche Gesundheitsrisiken durch Sende- und Funkanlagen zu leisten. Auch der TÜV-Nord ist im Auftrag des Informationszentrums Mobilfunk e.V. (IZMF) um die Gesundheit der Bürger besorgt und hat daher eine Untersuchung zur Strahlenbelastung in verschiedenen Gemeinden in Sachsen-Anhalt unternommen. Warum haben sie aber eigentlich in diesem zahlenmäßige bevölkerungsarmen Bundesland gemessen?

Elektro-Smog


In der Wissenschaft wird die Wirkung von Strahlen auf die menschliche Psyche und Physis kontrovers diskutiert. Wenn die Strahlen Einfluss auf den Körper haben, dann muss dieser auch technisch messbar sein.

Zu guter Letzt


Die Milch macht's

Vor einiger Zeit erreichte mich die Milch-Rundmail, die schon seit 2005 in der ein oder anderen Form im Netz kursiert und den Empfänger einen Blick in den Augiasstall eines großen deutschen Konzern gewährt. Doch bevor es ans Ausmisten geht, will ich auch wissen, was die angeprangerte Gegenseite zu den Vorwürfen zu sagen hat. Fündig bin ich auf der Homepage des deutschen Heimwerkerkings Jean Pütz geworden. Nach dem er "in den letzten drei Jahrzehnten Dutzende Werbeverträge kategorisch abgelehnt" hat, halfen ihm die "ausführlichen Gesprächen mit der Konzernspitze, sowie mit unabhängigen Verbraucherschützern und Wissenschaftlern" sich für einen Werbespot für "den ersten Milchreis im Becher zum Selberbasteln" zu entscheiden.
Nun, käuflich bin ich bis heute nicht! Allerdings habe ich etwas gegen das "Verprügeln von vermeintlichen Sündenböcken".
Denn auch ihm ist die Rundmail nicht entgangen, doch für ihn hat die offizielle Stellungnahme der Presseabteilung "die darin gemachten Vorwürfe und Zweifel entkräftet und ausgeräumt", um somit "reinen Gewissens vor die Werbekamera zu treten".

In dieser Gegendarstellung der Presseabteilung des Müller-Imperiums ist zu lesen, dass das Unternehmen 1760 Arbeitsplätze geschaffen hat, doch leider nicht, ob diese auch dauerhaft sind. Die Automatisierung und Technologisierung der Produktion ist der Entwicklung inhärent. Somit käme nach einer Welle der Einstellung, eine Welle der Aus- bzw. Umverlagerung von Arbeitsstellen auf Zeitarbeit sowie Praktikumsstellen. Schließlich macht es die Arbeitsagentur nicht anders, wenn sie 1-Euro-Jobber aus der Arbeitslosenzahlen-Statistik herausnimmt, um sie so schlanker aussehen zu lassen, auch wenn es nicht der Realität entspricht.

Des Weiteren wird dem Konsumenten vorgemacht, dass die 400-ml-Flasche beliebter beim als der 500-ml-Becher sei? Kam niemand im Produktionsdesign darauf, dass der Kunde vielleicht auch eine 500-ml-Flasche mögen könnte? Dabei ist die Verwendung von PET-Flaschen auch nicht unbedingt das Gelbe vom Ei, denn
bei der Herstellung der PET-Faschen [entsteht] auch Acetaldehyd, das in geringen Mengen in den Inhalt (auch bei Mineralwässern) übergehen und es geschmacklich (sensorisch) verändern kann. [Wikipedia: PET]
Eine bessere Wahl erscheint mir wohl Bioplastik, die -- dem Gewissen des umweltbewußten Konsumenten entsprechend -- auch biologisch abbaubar sind. Darüberhinaus stellt sich die wirtschaftliche Frage, ob die verringerte Milchmenge in den Flaschen eine gleichbleibende Preishöhe rechtfertigt? Zumal eine Änderung des Designs, der Menge, der Form, etc. stets auch mit einer Änderung der Qualität und Quantität, jedoch nicht unbedingt des Preises, einhergeht. Siehe (u. a. aber nicht nur) IKEA: mit der Verbesserung der Produkte kann auch eine Verringerung der Qualität auf Grund billigerer Materialien einhergehen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Sofern die Aussagen der Stellungnahme auch richtig sind, werden andere Informationen, die auch wichtig sind, außenvorgelassen, z. B. das die Genveränderung von Mais zwar vor Schädlingen schützt (was wissenschaftlich auch bewiesen ist), aber die Info, dass auch andere Insekten dadurch betroffen sind, die sich ebenfalls von der Maispflanze ernähren, wird unterschlagen und findet sich erst in einem Zeitungsartikel wieder.
Auf das Thema genmanipuliertes Tierfutter geht die Pressestelle erst gar nicht ein, was von vornherein einen Schatten auf Müller-Milch wirft. Der Kettenbrief hebt auch hervor, dass Theo Müller der NPD Spenden zukommen lässt. Auch dazu kein Kommentar. Gleichfalls bleibt unerwähnt, daß T. Müller seinen Wohnsitz nach Österreich verlegt hat, zwecks Steuerersparnis. Faßt man das Firmenschreiben zusammen, dann entsteht unweigerlich der Eindruck, daß uns eine “schöne neue Welt” vorgegaukelt wird, worauf man gern verzichten kann! Dabei sollte nicht vergessen werden, dass es eine Höchstgrenze für anonyme Parteispenden gibt, sodass erst ab einem bestimmten Betrag die Geldsumme mit einem Namen schriftlich deklariert werden. Peter Hoersel, Kommentar zu "Die Wahrheit über Müllermilch" (11-02-2007)
Ein weiterer Vorwurf: Ist Herr Müller homophob? Darüberhinaus sind das auch nicht die ersten Vorfälle in und mit diesem Unternehmen. Im Manager-Magazin erschien am 11.05.2005 ein Bericht über die Unternehmenspolitik des Polterpatriarchs. Das TV-Magazin "kontraste" berichtet am 29.09.2005 über den Milchkrieg in Sachsen. Der sich daraufhin verbreitende Kettenbrief wird am 12.11.2005 auf der Seite der TU Berlin als Hoax eingestuft. Ein Jahr darauf verliert Müller am 19.12.2006 ein Gerichtsverfahren gegen den Vorwurf von Greenpeace genmanipulierte Milch zu verwenden.

Doch bisher galten die Vorwürfe stets der Person und dem Unternehmen, jedoch nicht dem angebotenen Produkt. Hier daher an dieser Stelle eine Seite auf der die angebliche gesundheitschädliche Wirkung von Milch auf den menschlichen Organismus erklärt und erläutert werden.

Digitales Outsourcing

Wenn ein Unternehmen ein Teil seiner Aufgaben und Strukturen an ein anderes Unternehmen, meist vertraglich geregelt, übergibt, welches sich genau auf solche internen Leistungen spezialisiert hat, dann wird diese wirtschaftliche Auslagerung in der Arbeiterschaft und gegebenenfalls auch in der Bevölkerung stark kritisiert. Unter anderem weil damit die Auslagerung bzw. Umverlagerung von Arbeit bezeichnet wird und die Menschen, die zuvor diese Arbeiten erledigt haben, "gegangen worden" bzw. von ihrem Arbeitsplatz "freigestellt" wurden. Die auslagernden Unternehmen können durch diese Verteilung ihrer redundante Leistungen und Teilerstellungen Geld einsparen, um von der Effizienz eines spezialisierten Dienstleister zu profitieren.
Profịt, der; -(e)s, -e 〈franz.〉 (finanzieller) Vorteil, Nutzen, Gewinn: sich /Dat./ von etw. P. versprechen, aus etw. P. ziehen, umg. schlagen, herausschlagen; etw. mit P. kaufen, verkaufen; Polit. Ök. verwandelte Form des Mehrwerts, der am angelegten Gesamtkapital gemessen wird: Der Mehrwert resp. Profit besteht gerade in dem Überschuß des Warenwerts über ihren Kostpreis Marx Kapital 3,62; Kapitalgewinn eines Unternehmens: hohe, märchenhafte, riesige, salopp dicke, umg. fette Profite einstecken, aus einem Unternehmen erzielen; die Fabrik warf P. ab; nach P. jagen; auf (Ware und) P. gerichtetes Denken [DWDS: Profit]
Naomi Klein beschreibt in ihrem Buch "Die Schock-Doktrine", wie ein Unternehmen des militärisch-industriellen Komplexes durch die Beauftragung von Subunternehmen, staatlich beauftragte und -finanzierte Aufträgen mit staatlichen Mitteln finanziert wird, Teile oder komplette Aufträge an ein anderes Unternehmen vergibt, welches wiederum diese Arbeit für einen geringeren Preis ausführen kann. So erhält z. B. eine Baufirma den Auftrag, die Unterkünfte der Soldaten in einem Kriegsgebiet zu errichten. Dafür schaut sich das die Baufirma nach einem Unternehmen um, dass an Stelle seiner die Ausführung übernimmt. In den meisten Fällen wird sich dieses beauftragen Subunternehmen ein weiteres Unternehmen suchen, dass die Aufgabe erledigt, aber letztendlich für einen weitaus geringeren Preis als der ursprüngliche Auftrag gekostet hat. Dabei ist also zu bedenken, dass die am meisten vom Kuchen bekommen, die nahe genug am Kuchenteller sitzen. Am Ende des Tisches ist nur noch das Knurren der ausgemergelten Mägen.

Doch Outsourcing kann auch zu vollen Bäuchen und vollen Taschen bei weit mehr als nur bei den leitenden Oberen führen. Wenn es vernünftig und bedacht ausgeführt wird, wenn der Mensch noch vor der Arbeit gesehen wird und wenn der Profit hinter die menschliche Kreativität und Produktivität gestellt wird. Rick Wolff zeigt in seinen faszinierenden Vorträgen auf, dass das derzeitige wirtschaftliche System der Privaterie an sein Ende gekommen ist und stellt die Version eines neuen Systems vor, welches schon von einigen Firmen erfolgreich und profitabel praktiziert wird.

Mark Twains Romanfigur Tom Sawyer kam der Gedanken der Arbeitsverteilung als ihn seine Tante Polly dazu verdonnerte den Zaun mit neuer Farbe zu streichen. Kurzerhand überzeugte er andere Kinder aus der Nachbarschaft von der Faszination seiner "Strafe". Diese erklärten sich dann bereit, für Tom die Aufgabe zu erledigen und Tom konnte den sonnigen Tag ohne große Anstrengung genießen. Letztendlich kam seine Tante dann doch dahinter und lies ihn mit seiner Gewieftheit nicht ungescholten davon kommen. Wo steckt Tante Polly heute?

Im Colbert Report vom wurde Thomas Friedmans Buch vorgestellt, in dem er eine grüne Revolution à la Chine fordert.


Colberts Verschmelzung von Gedanken nimmt immer mal wieder ungeahnte Wendungen:
Market has spoken because Gore's movie made money.
Über die flatulenten Kühe habe ich mich auch schon geäußert. Die Daily Show vom Vortag zeigte in einem Segment namens "Don't Know Dick" einen weiteren ökonomischen Stinker, der ein Unternehmen führt, welches ein Unternehmen beauftragt, um etwas "unangenehmere" Aufgaben zu erledigen.


Verschmelzung von Ideen ist der Motor der Entwicklung. Weiterentwicklungen basieren auf der Kombination von Ideen. Doch Outsourcing ist nicht nur auf die Wirtschaft begrenzt, sondern findet auch in anderen Bereichen unseres Lebens statt. In der Forschung wird mit Hilfe von freien Kapazitäten in Netzwerken wie dem Internet Ideen und Technologien verknüpft, die alte und neue Konzepte mit einander verbinden und neue Ergebnisse liefern, wie z. B. Folding@Home.

Nutzer von Playstation und Computern können beispielsweise am sogenannten Verteilten Rechnen (auch Dezentralisiertes Rechnen, Verteilte EDV; engl. Distributed Computing) teilnehmen und an der Erforschung der Proteinfaltung mithelfen. Dabei handelt es sich um
eine Technik der Anwendungsprogrammierung, bei der die einzelnen Prozesse einer verteilten Anwendung ein gemeinsames Ergebnis berechnen. Hintergrund ist die Überlegung, dass die Hauptprozessoren vieler Rechner zeitweise nicht ausgelastet sind, da der Anwender meistens nur mit wenigen Programmen arbeitet, welche nur einen Teil der gesamten CPU-Leistung beanspruchen. Diese ungenutzten Ressourcen möchte man beim verteilten Rechnen nutzbar machen. Hierzu wird eine entsprechende Client-Software auf dem betroffenen Rechner installiert, die diese Aufgaben meistens weitgehend im Hintergrund übernimmt. [Wikipedia: Verteiltes Rechnen]
Auch in der digitialen Welt finden immer mehr Applikationen und Nutzungsarten einen gemeinsamen Weg.
Mossberg, the "Most Influential Computer Journalist" according to Time Magazine, described the trends that excite him right now as happening both in computer hardware and computer software: outside the browser Web applications, service in the cloud, and hand held computers. Lidija Davis, ReadWriteWeb (20-11-2008)
Doch erst einmal hat der ökonomische Kollaps Anbieter in den Sozialen Netzwerken erreicht, deren Zukunftsfähigkeit ein jähes Ende gefunden haben. Die Firma "Value of n" hatte beispielsweise einen kostenlosen Dienst angeboten, der als elektronischer Sekretär, im Gegensatz zum telefonischen oder persönlichen, fungierte. Durch den Verkauf des Unternehmens an Twitter wird dieser und andere Dienste bis auf weiteres nicht mehr angeboten, was schade ist, weil ich neugierig geworden bin, wie sich der Gebrauch auf meine Tagesplanung ausgewirkt hätte.

Soziales Outsourcing ist im Vormarsch und es ist gar nicht mal so eine schlechte Idee.

Alle Vögel sind schon da

vögel
singen

früher
lauter

verkehr
dröhnt

unsere gefiederten freunde singen in der stadt durch den morgendlichen straßenlärm früher und inzwischen auch lauter. sie haben sich ihrer akustischen umgebung angeglichen, weil sie sich dem menschlichen krach in ihrem lebensraum anpassen.

und wer im sommer abends länger dem bett fern bleibt als die nacht kurz ist, kommt das ein oder andere mal erst zur amselstunde in die federn. das ist die zeit, in dem im osten der tag anbricht und die schwarzen vögel mit ihren gesängen und liebesbekundungen beginnen.

Hanna Fleiss
amselstunde

dir, stunde, schlägt die amsel
der morgen rötet sich ins flammendrot
der morgen, der leise, barfüßige

so lebe, tag
beginn mit dem ersten
dem ausatmen der nacht
dem verströmen von träumen
die auf nebligen stunden lasten

nimm mich an die hand
an meine schwache hand, die kaum
noch nächte trägt. sag, stunde, womit
sonst ein anfang sei

nicht den tag will ich fangen
nicht die stunden verkürzen
nicht die jahre vollenden zum sarg
ach, hinter dem roten vorhang warten
auch raureiftage

du gast der zeiten, gast der feste,
der trunkenen, reifen, selbstvergessenen
amselstunde, ich bin geborgen jetzt

sieh, und ist doch dieser morgen unseres
sagenhaften, berauschenden erdplaneten
ganz allein mein

Everybody's gonna love today, von Matt Schwarz

02.07.2009

Herzschlag eines Globalen Bewußtseins

Keine Sorge, der folgende Eintrag wird sich nicht mit dem Verlust mehrerer Ikonen der Kulturwelt auseinandersetzen. Vielmehr zeigen diese Verluste von Popidolen auf, dass wir eine Art von Verbundenheitsgefühl mit den ebenfalls besinnenden Mitmenschen entwickeln können. Die Trauer findet öffentlich und indviduell statt. Die weitflächige Verbreitung von solchen und anderen Informationen in einer Gemeinschaft geschah bisher in schnellster Form über die öffentlichen und privaten audiovisuellen Fernkänale. Die vorwochigen Ereignisse zeigen jedoch, dass inzwischen eine weitere Möglichkeit zur Vermittlung von Nachrichten in höherem Maß angewendet wird.
Internet is the new television, for many, even the majority of, people an excuse to refuse to do something meaningful with their lives, by engaging a socially acceptable addiction which bears a passing resemblance to reality. Social networking, to use a convenient example, can in some cases be a form of social onanism, people engrossed in relationships with entities as unreal as any soap personality, while taking comfort in the fact that they are not alone. Unlike t.v., one doesn't even have to wait for tomorrow's water cooler conversation to be reassured of the normality of one's behaviour. Brad Anderson, Global Conscious Blog (31-01-2007)
Innerhalb der sozialen Netzwerke auf diesem Planeten verbreiten sich die Nachrichten über Schicksale und Handlungen im gegenseitigen Austausch und Miteinander scheinbar schneller als zuvor. Letzten Donnerstag und Freitag pulsierte das Netz aus kommunizierenden Internetnutzern. Auf den echtzeitlichen Diensten wurde und wird der Umgang mit dem Tod unserer lebensbegleitenden Idolfiguren in ungekannter Aktualität und Ausbreitung aufgezeigt und verarbeitet. Neben gemeinsamen Traurigkeitsgefühlen wächst auch die Erkenntnis, welcher sich Generationen von Menschen derzeit wieder intensiver bewußt werden: die Veränderlichkeit des Lebens.
The soundtrack to the fun, carefree part of your life has suddenly ended. India Knight, Times Online (28-06-2009)
Besonders bei solch großen Ereignissen, in denen viele Menschen ähnliche Gedanken und Gefühle haben, gelingt es Forschern von der Princeton Universität durch die Zusammenführung zufällig erstellter Zahlenreihen eine Art Meßkurve sogenannten globalen Bewußtseins aufzuzeichnen. Mit dem GCP Dot des Global Consciousness Project wird farblich dargestellt in welcher Stimmung sich das weltweite Bewußtsein momentan befinden soll. Aus Neugier und zu Demonstrationszwecken habe ich daher den Code des Stimmungspunktes auf meinen Blog gesetzt.
Die Farben zeigen intuitiv an, wie stark die Zufallsgeneratoren voneinander varieren. Die Intensität der Farbe als Wellenmesser der digitalen See. Das GCP hat diese statistische Varianz des EGG-Netzwerks, bestehend aus weltweit aufgestellter Detektoren, auch auditiv wahrnehmbar gemacht. Wie der Herzschlag eines Menschen schlagen die Zahlenreihen im Takt und bei unerwarteten Ereignissen verändert sich diese Frequenzen. Dem EEG eines Herzens gleich, untersuchen die Forscher die
subtle correlations that may reflect the presence and activity of consciousness in the world. We predict structure in what should be random data, associated with major global events. When millions of us share intentions and emotions the GCP/EGG network shows small but meaningful differences from expectation. Global Consciousness Project
Während das GCP das Echtzeittempo des globalen Bewußtseins aufzeigen will, versuchen Musiktheoretiker und -praktiker das rechte Spieltempo für klassische Musik zu finden. So klingt beispielsweise das mozartsche Andante der Symphonie Nr. 40 (KV. 550), eingespielt vom European Philharmonia Orchester unter Anleitung von Maximianno Cobra, bei halber Geschwindigkeit ebenfalls wie das Schlagen eines menschlichen Herzens. Der Rhythmus ist beruhigend langsamer und der natürlichere Klang eröffnet dem Ohr verständlich erfassbare Melodiepassagen.

Doch wie findet die Übertragung statt? Gehen wir davon aus, dass wir alle aus schwingenden Teilchen bestehen und das ringsum uns herum auch alles aus diesen schwingenden Teilchen besteht. Das ganze Universum mit allem drin und dran schwingt also in dem ein oder anderen Rhytmus. Diese Schwingungen hören jedoch nicht an irgendeiner Stelle auf, sondern werden durch andere verstärkt oder geschwächt. Genauso wie Lachen nun einmal ansteckend ist, soll nun auch allgemeines Glücksgefühl positiv auf unsere mittlere Umgebung wirken. Darüberhinaus gibt es inzwischen Überlegungen aus der Glücksforschung zur Beschaffenheit des Glücks. Untersuchungen haben ergeben, dass Glück beispielsweise horizontal verteilt ist, d.h. die Steigerung von Glück ist nur eine Illusion, die uns vorgaukelt, dass wir besser und glücklicher sind, wenn wir mehr von dem und jenem haben.

Selbstverständlich soll das nicht andeuten, dass jeder in seiner Position verharren soll oder gar muss. In erster Linie gilt es die Lebensgrundbedürfnisse zu stillen bevor es daran geht das Glück zu pflegen. Doch hat sich erst einmal ein Glückszustand eingstellt, dann lässt sich beobachten, dass die nähere Umgebung gleichfalls durch die positiven Schwingungen beeinflusst wird. Ähnlich verhält es sich daher vielleicht auch mit der Trauer. Denn auch an den Tagen nach den Todesmitteilungen waren die Werte der Zufallsgeneratoren nachweislich unvorsehbar abweichend.

19.06.2009

zivile courage

die schmerzen ausmärzen
unsre herzen entschwärzen

sich wehren ehren
unsre lehren mehren

die massen erfassen
unser hassen lassen

das lieben schieren
unser schielen verlieren

im dunkel funkeln
das munkeln überrumpeln

dem hafen entschlafen
unser gaffen entaffen

die zeiten bereiten
die seiten verbreiten

18.06.2009

Märchenhafte Geschichtenbilder

Not-so-Little Red Riding Hood, Dina Goldstein
Die fotografierten Märchenszenen der kanadischen Dina Goldstein, zeigen ein realistisches Lebensbild vertrauter Charaktere aus allabendlichen Grimm-Gute-Nacht-Geschichten in der heutigen Welt. Was geschah nach dem "... glücklich bis an ihr Lebensende," zeigt gefallene Prinzessinnen in widersprüchlichen Handlungen und Umständen, in unverbindlichen Umgebungen, außerhalb des Disney-Universums, um auf aktuelle Frauenproblematiken hinzuweisen.

Bell
(via The Sugar Monster)

Ruhig auch die anderen Arbeiten in diesem und anderen Sets anschauen. Lohnt sich!

Jasmine
(via The Sugar Monster)

14.06.2009

Mika war's!


Unter dem neuen Musikvideo "Get It Right" des französisch-arabischen Electroduos Y.A.S. finden sich etliche Kommentatoren, die den Umstand ihres Videobesuchs -- wirklich exzellenter elektronischer Musik -- einem gewissen britischen Künstlermusiker namens Mika zu verdanken haben und diesen Hinweis allen nachfolgenden Besuchern mitteilen. Vor zwei Tagen teilte er über Twitter mit:
i LOVE this video, made by Sednaoui... have watched it 4 times already, there is nothing like it out there
Durch einen Videobericht wurde ich gestern wieder in die fantastische Welt des Mikas gezogen. Neben seinem guten Geschmack in Musik, verwöhnt er die Zuhörerohren mit erstklassiger Popmusik.

Im September soll sein neues Album herauskommen. Sein Debütalbum befindet sich momentan auf meiner aktuellen Playlist. Die zweite Scheibe soll eine Rekapitulation seiner Jugend sein, während das erste sprichwörtlich in den Kinderschuhen steckte, aber in keinster Weise rudimentär oder musikalisch unausgereift daher kommt. Die ersten Veröffentlichungen sind hörbar von der Popmusik der 1970er und 1980er Jahre beeinflusst. Die Songs auf der im Frühjahr veröffentlichten "Brückenalbum" zwischen erstem und zweitem Album Songs For Sorrow klingen dagegen schon runder und vollmundiger. Einen Vorgeschmack gibt es auf seiner Musikseite.

12.06.2009

GePostIte Webkunst

Mit dem folgenden Video (via freshzweinull) fühle ich mich aber sowas von verstanden ... schön, wenn es anderen auch so geht.



Die Begleitmusik ist übrigens vom neuen Röyskopp-Album Junior ... wie immer empfehlenswert anhörbar.

09.06.2009

Zeitsauger

Hier eine kleine, aber feine Klickliste zum Anschauen und Ansurfen von Sachen und Dingen, die mir kürzlich über den Onlineweg gelaufen sind:

1. Dialekt kann, nein, ist so sexy. In seinem neusten Video präsentiert der Helveter Musiker Larry F das Schweizer Partytreiben der Jugendlichen.Glaube zwar selbst nur ein paar Wortbrocken zu verstehen, aber der Beat und das Video sind schon ansprechend und irgendwie fühl ich mich angesprochen ...



2. Ist schon ordentlich was los auf diesem Planeten. Seit neustem kann der Netznießer das auch vom eigenen Bildschirm betrachten. Auf Breathing Earth werden u.a. Geburts- und Todesraten dargestellt. Ebenso werden die CO2-Emissionen der einzelnen Länder dargestellt. Im Kommentarbereich auf Basic Thinking fand sich dann noch dieser Kommentar, dem ich mich nur anschließen kann:
#3 Marc [www] schrieb
Umweltschutz in allen Ehren, aber irgendwann müssen die Menschen doch mal wieder vom CO2-Trip runterkommen, und merken, dass CO2 überhaupt nicht für den Klimawandel verantwortlich ist. Es ist ja unglaublich, wie sich diese Lüge hält, die uns von einem Populisten wie Al Gore reisserisch präsentiert wird. Vielleicht allerdings auch kein Wunder, wenn man bedenkt, wie unsachlich, einseitig und voreingenommen die Medien mit dem Thema umgehen.

Leider hört sich diese ganze CO2-Theorie ziemlich logisch an - wenn man die Wissenschaft nicht kennt. Wenn man sich jedoch anschließend mit der Gegenseite auseinandersetzt, dann stellt man fest, dass deren Argumente doch wesentlich stringenter und sachlicher sind, als die der Klimahysteriker.

Wie es Vince Ebert neulich sagte: „Spielt das Klima verrückt oder nur die Klimaforscher?” Letztere wohl eher.

3. Geochaching (sprich geokäsching) ist eine Schnitzeljagd mit Hilfe von GPS-Technologie und Micro-Blogging-Diensten wie Twitter

4. Slow-Motion-Videos


5. Tamagotchi-Maus



6. Das neue CrunchPad von TechCrunch wurde vorgestellt

08.06.2009

Möbiustransformation

Zufällig habe ich eben bei meiner Recherche zu einem anderen Artikel dieses kleine Video gefunden, in dem -- mit passender musikalischer Untermalung (theoretisch nix weiter als eine weitere mathematische Ausführung mit emotionaler Komponente) -- eine mathematische Transformation dargestellt wird. Muss auch nicht jedem etwas sagen (musste auch gleich mal in der Enzyklopädie nachschlagen), aber ist dennoch nett anzuschauen, was mit Zahlen und Verstand anzurichten ist.


(gefunden via Asymptotia)

05.06.2009

Gesicherte Überwachung?

Demokratie beruht auf drei Prinzipien: Gleichheit, Freiheit und Kontrolle. Nicht Kontrolle der Bürger, sondern Kontrolle der Bürger den Handlungen des Staates gegenüber, dessen Aufgabe es ist, die bürgerlichen Rechte zu wahren, die weder vom Bürger abgetreten wurden noch werden.

Demokratie heißt Vertrauen. Sie lebt von Offenheit und Transparenz. Misstrauen heißt Überwachung. Wohin führt die Sicherheit? Die Bauernfeind zeigt sehr schön, wo wir uns freiheitstechnisch momentan befinden.

Die Übersicht deutscher Sicherheits- und Überwachungsgesetze, ihres kritischen Inhalts und des Stimmverhaltens der Fraktionen im Deutschen Bundestag schlüsselt dafür feinsäuberlich 26 Gesetzbeschlüsse (jeder für sich genommen schon einen neuen Eintrag wert) und die entsprechende Stimmabgabe der einzelnen Parteifraktionen im Deutschen Bundestag auf. Am Ende findet sich eine veranschaulichende Kurzübersicht, um noch einmal einen Eindruck von der Regierungsarbeit zu erhalten.



CDU/ CSUSPDFDPGrüneLinke
Zustimmungen
19 von 26 23 von 26 9 von 25 9 von 23 1 von 25
Zustimmungsquote
73% 88% 36% 39% 4%
Zustimmungen in der Opposition
2 von 9 3 von 9 2 von 17 1 von 20 1 von 25
Zustimmungsquote in der Opposition
22% 33% 12% 5% 4%
Zustimmungen zu verfassungswidrigen Gesetzen
2 von 4 3 von 4 2 von 4 2 von 4 0 von 3
Beteiligungsquote an verfassungswidrigen Gesetzen
50% 75% 50% 50% 0%

(gefunden über buergerrechte-waehlen.de)

04.06.2009

Sinnvolle Spielzeit

Seit 25 Jahren stapeln und drehen die Menschen auf der Welt vierteilige Quadratklötzer in unterschiedlicher Ausführung und Passform und bauen Mauern, deren Abriss ihnen Punkte einbringen: je höher die Mauer, desto größer die Punktzahl--gespielt hat es wahrscheinlich jeder schon einmal.

Die erste Version des sich aus einem alten Kinderspiel zu einem schlafraubenden Vergnügen entwickelnde Computercodes schrieb der Mathematiker Alexei Paschitnow 1984 in seinen freien Stunden eines mittelmäßig warmen Moskauer Sommers nieder.
Für kurze Zeit war ich dann der beste Tetris-Spieler der Welt, sagte er. [winfuture]
Das kleine Spielprogramm wurde durch eine britische Computerfirma "entdeckt", welche die Rechte an ein amerikanisches Videospielunternehmen verkaufte, und erreichte in kurzer Zeit auf Grund der verführerisch einfachen Bedien- und Spielweise auf dem schnell anwachsenden Spielkonsolenmarkt hohen Bekanntheits- und Anwendungsgrad. Die profitable Popularität des Spiels beruht aber auch auf der aberfachen Adaptierung der Spielidee im Laufe der Zeit. In Folge "hängender Lizenzzahlungen in der Verwertungskette" und hinsichtlich der temporären Abtretung seiner Urheberrechte an die Elorg, einer Unterfirma seines damaligen Arbeitgebers an der Moskauer Akademie der Wissenschaften, sah der russische Entwickler jedoch vom Erfolg seines Programms so gut wie keine Kopeke. Erst nach Auslaufen der Lizenzfristen war es dem inzwischen in die USA ausgewanderten und bei Microsoft angestellten Programmierer finanziell möglich, die Rechte (zurück) zu kaufen.

Noch immer verführt das eingängigen Accelerando zum fröhlichen Mauerbau. Neben dem volkstänzerischem Lied Kalinka, ist die Tetris-Fanfare wahrscheinlich eine der populärsten russischen Melodie. Zwar mag der heute 53-jährige Paschitnow nicht mehr die Unsummen an Lizenzgebühren einnehmen, wie die Spielriesen damals, doch der Name seines Programms wurde im kollektiven Kulturgedächtnis einer ganzen Generation aufgenommen.

Heute kümmert sich seine eigene Firma The Tetris Company um die Vermarktungsrechte, die er nach seiner Ankunft in den USA gegründet hatte. Auf der entsprechenden Internetseite finden sich dann auch verschiedene Ausführungen des Spiels für unterschiedliche Nutzungsplattformen, wie Mobiltelefone oder Webseiten. An neuen Einsatzmöglichkeiten wird ebenfalls schon gebastelt, um eine weitere Generation süchtig nach puzzligen Bauarbeiten zu machen. Mehr Informationen und Anregungen finden sich auf dem Tetris-Blog. Wer ganz doll Langeweile hat, kann sich ja vielleicht mal an der XXXL-Variante Tetoris austoben (ad absurdum geführt).

Ein Kommentator meinte dazu nur: Ey ich hab 19 min 48 sek für die erste Line gebraucht und hab 20 punkte bekommen! Was ein erfolg! ^^

02.06.2009

Geschickte Antwortsuche

Auf der Suche nach Antworten stellt das Internet Anfänger wie Fortgeschrittene bisweilen auf eine Geduldsprobe, wenn Anfragen in den gängigen Suchkanälen nicht auf Anhieb mit zu befriedigenden Ergebnissen führen. Auch die ersten Erfahrungen mit der Suchmaschine WolframAlpha waren alles andere als zufriedenstellend. Allzu schnell erhielt man den freundlichen Hinweis, dass die Eingabe nicht bearbeitet werden kann. Völlig ungewohnt für den Gewohnheitsgoogler, der sich regelmäßig durch einen großen Informisthaufen von Ergebnissen wühlen muss.

Im Laufe der Jahre hat sich die Liste der Websuchmaschinen immer wieder verändert und angepasst. Unbrauchbares und unwirtschaftliches wurde durch neue Ansätze, manchmal in alten Verpackungen, vermischt und ersetzt. Riesen wie Google und Microsoft spielen noch immer an der Front mit und liefern derzeit noch den Großteil der Ergebnisse im Netz. Doch Weiterentwicklungen und technologische Entdeckungen im Bereich der Suche bestimmen genauso den Verlauf eines Angebots wie dessen Nutzen für und die Bedienerfreundlichkeit beim Anwender, die letztendlich an Hand der Zahlenströme mit über den Verbleib eines Anbieters entscheiden.

Seit neustem lassen sich neben den regulären Informationshaufen nun u.a. auch Blogs nach relevanten Bits und Bytes durchsuchen. Was Blogs sind, sollte dem Leser inzwischen in einigen Maßen verständlich sein, seit geraumer Zeit gibt es aber auch sogenannte Micro-Blogging-Dienste wie Twitter & Co., die schlagwortartig auf Nachrichten anderer Anwender hin durchforstet werden können. Mit Hilfe sogenannter #tags (sprich: häschtäck) können Zusatzdienste, wie monitter beispielsweise aktuelle Gespräche zu einem bestimmten Thema sichtbar machen. Selbstverständlich sind alte Nachrichten, z. B. durch die Twittereigenen Schlagwortsuche, ebenfalls auf- und abrufbar. Somit erhält man einen kleinen Eindruck davon, was den zwitschernden Teil der Online-Gemeinschaft berührt und welche Themen zum jeweiligen Zeitpunkt der Suchanfrage die Geister bewegen. Mitunter können RTs (ReTweets) regelrechte Onlinestürme und -gewitter auslösen, wie es schon so manche Werbekampagne erleben konnte. Diese Ereignisse zeigen aber auch, dass der Einfluss der Netznießer an Intensität und Wirkung zunimmt und die interaktive Kraft des Schwarms mit über die Entwicklung des Webs (s. a. Netzsperre) bestimmen können.

Die Anwendung von semantischen Suchdiensten steckt noch in den Kinderschuhen. Mittlerweile sind aber schon bemerkenswerte Fortschritte hinsichtlich der Präzision angeführter Antworten zu verbuchen. Nach den Vorstellungen Berners-Lees, dem Begründer des weltweiten Webs, "soll über den als Hypertext strukturierte Teil des Internets" ein semantisches Netz gespannt werden. In diesem Netz werden die Inhalte der Ressourcen, die diesen Hypertext bilden, mit Metadaten beschrieben. "Die Ausdrücke, die in den Metadaten verwendet werden, werden mit wohldefinierten und damit auch maschinell interpretierbaren Bedeutungen versehen", wodurch beispielsweise die inhaltsbezogene Informationssuche machbar wird. Warum das Ganze?

Doch wie findet man nun eigentlich die richtige Antwort? Oder besser gesagt, eine zufriedenstellende Eingrenzung von Ergebnissen? Denn ob eine Antwort richtig oder falsch ist, kann bisher nur der menschliche Nutzer vor dem Rechner einschätzen. In einer Blindsuche lässt sich sogar ermitteln, wie unterschiedlich (oder eben nicht) die drei größten Suchanbieter funktionieren. Einfach einen beliebigen Begriff in die Suchleiste eintippen und mittels Tastenklick die beste Suchanfrage auswählen. Demnächst werde ich an dieser Stelle ein paar nützliche Zeichen und deren Bedeutung bei der Suche im Netz vorstellen, um diese effizient zu gestalten. Damit die Ergebnisanzeige auch nur themenrelevante Informationen anzeigt, helfen diese wenigen Suchzeichen, um uninteressante und unbrauchbare Seiten herauszufiltern, sodass jeder in der Lage ist, eine passende Antwort auf neue und alte Fragen finden zu können. Durch die überlegte Koordination der Suchbegriffe und Steuerelemente und etwas Übung lässt sich nämlich mehr aus dem Kasten holen.

Während das World Wide Web eine Möglichkeit darstellt, alle Daten der Welt miteinander zu vernetzen, zeigt das Semantic Web einen Weg auf, um die Informationen der Welt auf der Ebene ihrer Bedeutung miteinander zu verknüpfen. Das World Wide Web kann derzeit nur von Menschen verstanden werden, beispielsweise der Sachverhalt eines Kontaktformulars: dies ist ein Vorname, ein Nachname, der Name einer Stadt oder eines Unternehmens, da die Daten im WWW zum größten Teil unstrukturiert vorliegen. Kein Computer kann aus den Daten, die in den Hypermedia-Strukturen herkömmlicher Webseiten stehen, direkt Informationen gewinnen. Gleichzeitig ist der Umfang der Informationen im World Wide Web insgesamt zu groß, um von Menschen erfasst zu werden. Die Informationsflut wächst. Das Semantische Web soll die Lösung für diese Probleme darstellen. Ein Semantisches Web kann von Computern verarbeitet werden. Die Daten in einem Semantischen Web sind strukturiert und in einer Form aufbereitet, welche es Computern ermöglicht weltweit alle Daten miteinander zu verknüpfen und als Ganzes zu verarbeiten, ähnlich der Abfrage einer globalen Datenbank. Zudem erlaubt ein Semantisches Web es Computern (bei Realisierung des Konzeptes) aus den vielen Informationen der weltweiten Daten Wissen herzuleiten und neues Wissen zu generieren. Ursprünge des Semantischen Web liegen auch im Forschungsgebiet der Künstlichen Intelligenz. [Wikipedia: Semantisches Web]

Weiteres Hintergrundwissen findet sich fein säuberlich aufgereiht auf den Seiten der Suchfibel. Dort wird auch detailiert verdeutlich, was alles vom wissbegierigen Fragenden bei der Suche bedacht und beachtet werden sollte, damit man ein vernünftiges und vor allem gesuchtes Ergebnis erhält.