21.12.2008

Suchdienstliche Geschichte

Google startete im Mai 1999 als Start-up und entwickelte sich in einer Dekade zu einem globalen Internetriesen, dessen Jahresumsatz in der gleichen Liga wie Microsoft und Co. liegt. Mit der Waybackmaschine des Internetarchivs kann man sich in Erinnerung schwelgend oder vielleicht auch zum ersten Mal in 85 Milliarden seit 1996 archivierten Webseiten die frühsten Internetauftritte der Startups aus den 1990ern ansehen, z. B. die Google-Startseite.
Google began in the ivory tower, but it's now a private company, and its web site states that it is "unable to speculate" as to whether or not it will go public -- a sure sign that an IPO is in the air. For now, it's a smart solution to a thorny problem that too many companies try to solve with snappy TV commercials and a hip mascot. Let's hope Google's market cap won't go to its head. -- Lev Grossman, digitaldaily (May 5, 1999)
Schon ein Jahr später zeigte sich im Vergleich mit anderen Suchdiensten, dass die googlische Indizierung des Netzes mit Hilfe der Verlinkungsstruktur von Webseiten die entwickelte Rank-Technologie zweier Stanford-Studenten die Spitzposition eingenommen hatte. Vermutlich spielten für die Popularisierung und dem späteren Eingang des anfänglich belächelten Firmennamens in die Sprachkultur mehrerer Sprachgemeinschaften, die minimalisierte Darstellung und die intuitive Bedienung der googlische Suchseite für den Nutzern eine wichtige Rolle. Die daraus resultierende Pfadgröße wirkt sich ebenfalls nachhaltig auf die Verbreitung und Bekanntwerdung solcher und anderer Phänomene aus. Damals war die Anzahl der katalogisierten Seiten von größerer Bedeutung, da die Ergebnisanzeige der innovativen Suchmethodik noch relativ unbeinflusst durch die Manipulierung der Suchergebnisse war, wie z. B. "Page-Ranking" oder "Suchworteinbindungen" auf einer Seite.

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Auf Grund toter Links sowie eingestellter Website-Pflege ist nicht jede gespeicherte Seite im digitalen Webarchiv noch vollständig intakt, so dass die Erforschung etwas eingeschränkt wird. Manche der damaligen Startups sind heute noch immer im Geschäft und mischen weiterhin mit digitalen Dienstleistungen und technologischen Errungenschaften im Netz kräftig mit. Der Wandel der Onlinepräsentation des Firmenprofils lässt sich leicht an der Entwicklung des norgwegischen Startups Fast Search & Transfer (FAST) nachvollziehen. Dabei handelt es sich um ein auf firmeninternen Suchmaschinen und Datenkompression spezialisiertes Unternehmen, welches Ende der Neunziger die zweithöchste Anzahl an indizierten Seiten aufwies. Während der erste Internetauftritt des Unternehmens, welches an der University of Science and Technology (NTNU) in Trondheim gegründet wurde, aus heutiger Sicht einfach wirkt, wird auf der aktuellen und modernen Webpräsenz mit folgendem Satz für die gesammelten Erfahrungen und die angebotenen Dienste geworben:
FAST wrote the book on search – literally. Our deep expertise means we
have authoritative viewpoints on any aspect of search you care to name.
In beinah einer vollen Dekade expandiert das norwegische Startup zu einem weltweit agierendem Internetunternehmen, welches Ende April 2008 von Microsoft aquiriert wurde. Hier noch eine kleine Übersicht der Beziehungen zwischen den einzelnen Suchdiensten aus dem Jahr 2004.

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