07.11.2008

It's all in your mind

Das erste Mal hörte ich den Namen Stanley Milgram im Psychologie-Unterricht in der Schule. Heute fand ich einen Artikel über eine Radiosendung in der die Dokumentarin Gina Perry einige der damaligen Probanten des Experiments aufgesucht hat, um ihre Geschichte zu hören.

Schon damals beunruhigte mich die Flexibilität der menschlichen Psyche und die Schnelligkeit der Gehorsamkeit der Teilnehmer gegenüber einer autoritär auftretenden Person.

„Die rechtlichen und philosophischen Aspekte von Gehorsam sind von enormer Bedeutung, sie sagen aber sehr wenig über das Verhalten der meisten Menschen in konkreten Situationen aus. Ich habe ein einfaches Experiment an der Yale-Universität durchgeführt, um herauszufinden, wie viel Schmerz ein gewöhnlicher Mitbürger einem anderen zufügen würde, einfach weil ihn ein Wissenschaftler dazu aufforderte. Starre Autorität stand gegen die stärksten moralischen Grundsätze der Teilnehmer, andere Menschen nicht zu verletzen, und obwohl den Testpersonen die Schmerzensschreie der Opfer in den Ohren klingelten, gewann in der Mehrzahl der Fälle die Autorität. Die extreme Bereitschaft von erwachsenen Menschen, einer Autorität fast beliebig weit zu folgen, ist das Hauptergebnis der Studie, und eine Tatsache, die dringendster Erklärung bedarf.“

Stanley Milgram: The Perils of Obedience, Harper´s Magazine, 1974


Nach Milgrams Verständnis ist Gehorsamkeit Teil einer Gesellschaft. Er stellte sich jedoch die Frage, inwieweit Gehorsam in bestimmten Situationen noch angemessen ist -- hier setzt seine Untersuchung an. Zudem setzt er einige Bedingungen voraus, die das Verhalten von Menschen unter autoritärem Einfluss erklären können.

Und nun stelle man sich vor, es sei Krieg ...

Dieser Gedanke wird Brecht untergeschoben, aber vermutlich handelt es sich dabei um ein Portmanteau verschiedener Quellen.
„Im Kern besagen die Worte, dass ein Krieg von den Mächtigen ausgerufen wurde. Aber die, die diesen Krieg führen sollen, die Soldaten, die Offiziere, haben durch eigenständiges Denken erkannt, dass dieser Krieg sinnlos ist, dass er niemandem nützt, außer denen, die ihn anzetteln wollen. Statt sich tränenreich von der Frau und den Kindern zu verabschieden, um in einem sinnlosen Krieg Menschen zu töten, die man nicht kennt, über die man nichts weiß und schließlich selbst zu sterben und damit die Familie alleine zu lassen und der Not preiszugeben, gehen sie lieber mit der Familie in den Park, das Schwimmbad, zu einem Volksfest oder sonst wohin und leben, genießen den Tag, genießen das Schöne um sich herum, genießen das Glück des Lebens. Die Mächtigen, die diesen Krieg wollen, sind machtlos, können nichts dagegen tun, weil sich alle weigerten, weil ihnen nun die Helfershelfer fehlen, weil ihre Macht verloren ist.“

http://www.flegel-g.de/stell-dir-vor.html

Die so freigewordene Zeit könnte weitaus kreativer und entspannter genutzt werden, wie es Garrett Lisi macht. Neben seiner Surfer- und Snowboarder-Leidenschaft, beschäftigt er sich mit einem 248-dimensionalen Objekt, in welchem gegebenenfalls alle physikalischen Theorien vereinbar sind, um den Geheimnissen des Universums auf die Spur zu kommen und vielleicht doch eine Grand Unified Theory zu finden.


Und jeder, der jetzt an das Hasbro-Spielzeug Spirograph denkt, liegt gar nicht mal so falsch. Interessant ist, dass die Formen des Geräts auf komplexer Mathematik basiert, welche myriadisch in der Natur reproduziert werden. Plötzlich sind Zahlen nicht mehr so ungeheuerlich, wenn man sich vergegenwärtigt, welch Schönheit sie erschaffen können. Weitaus imposanter ist jedoch die Erkenntnis, dass es im Laufe der Menschheitsgeschichte gelungen ist, diese Phänomene zu erkennen und zu beschreiben, was wiederum zu neuen Entdeckungen und Entwicklungen führte. Von der Entdeckung der Null und der Einführung mathematischer Operatoren, hin zur Erklärung wiederkehrender natürlicher Muster, zeigt uns die Mathematik die Kraft und Schönheit hinter den Zahlen.

Zahlen erklären die Welt:



Darüberhinaus übersteigen die in einer Woche in der New York Times enthaltenen Informationen das Mindestmaß an Wissen, dass eine Person im 18. Jahrhundert im Laufe eines gesamten Lebens erwarb. Weltweit erstellte der Mensch 2006 über 40 Exabytes (4.0 x 1019) an Informationen. Das ist weit mehr als die Menge, die wir in den letzten 5000 Jahren erstellt haben. Die informationelle Entwicklung setzt sich exponentiell fort ... das menschliche Wissen ist eine Symphonie der Erkenntnisse.

„Betrachten wir historische Zeitabschnitte und deren technische Innovationen, erkennen wir, dass an erster Stelle die Notwendigkeit zu einer Entwicklung besteht. Dann kommen Ideen und Erfindung. Erst das theoretische Erfassen der Technik, gepaart mit deren praktischen Anwendungen und Auswirkungen machen die mögliche Struktkur sichtbar. Alle Prozesse folgen dieser Reihenfolge.“

Jürgen Rüdiger Krenzien: Loop Dundee - Stations by the Way