13.11.2008

Es war einmal in Amerika ...

Es gibt Momente, in denen ich an meinen Beobachtungen und Eindrücken des Geschehens zweifele. Ich frage mich dann, ob ich die Dinge wirklich verstehe und ob die entdeckten Zusammenhänge tatsächlich vorhanden sind. Ich habe schon vor einiger Zeit aufgehört, nur die traditionellen Medien und Nachrichten zu rezipieren. Das Internet eröffnet einem die Möglichkeit (auch wenn man durch viel Blödsinn muss) authentische, d.h. ungefilterte Meinungen und Ansichten von Einzelpersonen und unvoreingenommenen Gruppierungen, die sich Humanismus und nicht Profitgier auf ihre Flaggen geschrieben haben, zu finden.

Da freut es mich, wenn ich Informationen zu Ereignissen wie der Aktion der Yes Men finde, die am Mittwoch kostenlos eine 14seitige Ausgabe der New York Times in mehreren amerikanischen Großstädte an Passanten verteilte, die auf dem Weg zur Arbeit waren. Der Aufmacher der Zeitung war die Verkündung des Kriegsendes im Iraq.


Die Gruppe macht mit diesem Faksimile auf eine andere, bessere Zukunft aufmerksam. Selbst die Werbeanzeigen in dieser Ausgabe spiegeln die Möglichkeiten eines Perspektivwechsels wider. Das folgende Video zeigt die Reaktionen der Menschen auf der Straße. Ich muss gestehen, dass sich mir der Gedanke aufdrängte, dass dieses Video teil der Yes-Men-Kampagne ist.



Schön, wenn es noch Grund zum Hoffen gibt angesichts der derzeitigen innenpolitschen Entwicklung im eigenen Haus. Gestern stimmten die deutschen "Volksvertreter" mehrheitlich im Bundestag über ein Gesetz ab, dass die historische Trennung von Polizei und Geheimdienste aufhebt. Das sogenannte BKA-Gesetz tritt das deutsche Grundgesetz mit Füßen, um die Bürger vor terroristischen Angriffen zu schützen, indem jeder verdächtigt und ungehindert überprüft werden kann. Aber sorgen wir uns nicht weiter, schließlich sind wir keine Terroristen und werden es auch niemals sein ... Selbstzensur und Angst bekräftigen uns in unserem Glauben, dass wir dem Staate dienen und nicht vice versa.