25.10.2008

US-Wahl 2008

Obama oder McCain? Elite oder Hockey-Mom? Krise oder Chaos? Am 4. November wählen die Amerikaner einen neuen Präsidenten und es wird einerseits die Effektivität des digitalen Noise und der massenmediale Schlacht auf den Wähler aufzeigen und andererseits Befürchtungen eines eventuell manipulativen Eingreifens einer "unsichtbaren Hand" bestätigen: Wähler werden vor der Wahl von der Wahrnehmung ihres Rechts gehindert und gar abgehalten, um sie nach der Wahl von weiteren zu erleichtern. Aber warum sollt überhaupt jemand so etwas tun?



In ein paar Tagen findet die 56. Wahl des US-Präsidenten statt. Wie genau diese Wahl funktioniert, zeigt dieser kurze Clip einer Internet-Produktionsfirma, die sich zur Aufgabe gemacht hat, komplexe Ideen verständlich darzustellen.



Außerdem habe ich diesen Clip gefunden, in dem eine Forrest-Gump-Cartoonfigur die US-Wahl erklärt.



Doch die USA sind nur de facto ein Zwei-Parteien-System. Der Esel und der Elefant sind jedoch die dominantesten und größten. Aber auch die anderen Parteien und politischen Gruppierungen haben für diese Wahl ihre Kandidaten aufgestellt.

Dabei ist festzuhalten, dass es sich beim sogenannten Mehrheitsverfahren, sei es absolut oder relativ, nicht unbedingt um das Gelbe vom Ei handelt. Seit mehr als 200 Jahren machen sich Mathematiker Gedanken über "die verschiedenen Vor- und Nachteile von Wahlverfahren." [K. C. Cole: Das Universum in der Teetasse - Von der alltäglichen Magie der Mathematik, 128f.] So bieten z. B. die "Zustimmungswahl" oder das "Prinzip der Stimmhäufung (kumulative Stimmabgabe)", welches u. a. schon bei amerikanischen Wahlen von Aufsichtsräten und bei deutschen Kommunalwahlen Anwendung findet, ein breiteres Auswahlspektrum für den Wähler (S. 130). Aber wie bei der Mehrheitswahl ist jedem Verfahren eine Verzerrung der Ergebnisse inhärent.

Achtung, nachfolgendes Video ist eine Satire, die nicht unbedingt ernst-, aber eventuell wahrgenommen werden sollte. Die beängstigende Intensität der Spannung mit der Wirklichkeit verleiht diesem Clip einen markabren Unterton, da Satire nur funktioniert, weil sie die Wirklichkeit und die zeitgebundenen politischen, kulturellen und sozialen Strömungen widerspiegelt.



Und die unzuverlässigen Wahlcomputer kommen auch dieses Jahr wieder zum Einsatz. Es wird also ein spannender Winter werden.

Nachtrag: Warum wird eigentlich an einem Dienstag gewählt? Nach kurzer Recherche fand ich diese Initiative, die sich die Reparatur des amerikanischen Wahlsystems als Ziel gesetzt hat und als erstes den nationalen Wahltag, den ersten Dienstag im November, zu hinterfragen.