27.08.2008

Senf Up Your Life

Wenn ich Hunger habe, koche ich. Meist nach Rezept, manchmal auch immer der Nase nach sowie gegebenenfalls auch Zutatenabhängig. Das Zusammenstellung der Ingredenzien und die Harmonie der Gewürze sind Teile des kreativen Prozesses der Nahrungszubereitung, bei dem zur gastrischen auch die gustatorisch-olfaktorische Wahrnehmung verwöhnt wird. Die Verwendung frischer Zutaten ist unablässlicher Bestandteil, um gleichzeitig Geschmack und Nährwert der Speise für das Wohlergehen des Genießers zu gewähren.

Die Speise soll den Geschmack einer Landschaft, einer Jahreszeit ausdrücken. Damit dies gelingt, sollte es einfach gehalten werden. Faites simple lautete daher auch die Devise des französischen Systematikers und Chef de Cuisine Auguste Escoffier: die Idee zählt und nicht die Aufmachung. Seine Kochkunst ist Vorläufer unserer heutigen Menügestaltung.

Meine kulinarische Reise findet an einem mild-warmen Nachmittag im ausklingenden Augustsommers statt. Die Idee Rucola auch in einer Pfanne zuzubereiten, ist mir noch nicht vorgekommen, aber wenn es mit Spinat und Mangold, und Kohlgemüse geht, dann ließe es sich auch mit dieser Salatpflanze machen. Die scharfe Note des Gewächses sowie das Salzige des Bacons erlauben es auf die Beigabe von weiteren Gewürzen zu verzichten.

100 g Bacon- oder Speckwürfel
bei höchster Stufe in
1 EL heißem Öl anschwenken,
den Herd um die Hälfte reduzieren und nach und nach
100 g Rucola hinzugeben und erwärmen bis zusammengefallen ist.
Herd ausschalten und
500 g Quark (Magerstufe) hinzufügen, vorsichtig umrühren.
3 TL Dijon-Senf in die Soße rühren.
Auf Spagetti anrichten und
ein paar geröstete Sonnenblumenkerne darüber streuen.

Der Senf ergänzt sich mit den Speckwürfeln und unterstreicht die Nuss des Rucola. Eine fruchtige Note erhält die Soße, wenn stattdessen klein geschnittene trockene Tomaten beigefügt werden. Neben den Sonnenblumenkernen, bieten sich auch geröstete Pinien- sowie gehackte Walnusskerne als topping an. Wer dem Ganzen lieber etwas Schärfe entziehen möchte, könnte auch Honig einrühren.

Obwohl die Verwendung der mediterranen Salatpflanze in hießigen Küchen in den letzten Jahren zugenommen hat, ist eine ähnliche Pflanze auch schon seit längerem nördlich der Alpen bekannt. Als die Römer kamen, fand diese Pflanze ebenfalls Eingang in ihre Töpfe und Gärten. Auf Neu-römisch heißt sie Eruca sativa oder Senfrauke.